Mayrhuber tritt als Infineon-Chefaufseher ab
Mayrhuber tritt als Infineon-Chefaufseher ab
Von Stefan Kroneck, MünchenInfineon steht vor einem Wechsel an der Spitze des Kontrollgremiums. Der größte deutsche Chipkonzern teilte mit, dass Wolfgang Mayrhuber sein Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender zum Ende der ordentlichen Hauptversammlung am 22. Februar niederlegt. Das steht ebenso in der Einladung zum Aktionärstreffen in München. Der frühere Lufthansa-Chef, der im März vergangenen Jahres 70 Jahre alt wurde, geht damit vorzeitig, war er doch noch Anfang 2015 mit Wirkung bis zum Jahr 2020 als Infineon-Chefaufseher wiedergewählt worden.Infineon hat eine Altersgrenze von 70 Jahren für Aufsichtsräte, die allerdings für den Zeitpunkt des Wahlvorschlags gilt. Mit Mayrhubers Rückzug endet eine Ära. Der Österreicher führt das Kontrollgremium seit 2011. Im September vorigen Jahres zog er sich bereits von der Spitze des Lufthansa-Aufsichtsrats zurück. Ende 2016 gab er sein Mandat im Kontrollorgan der Munich Re auf.Auf Mayrhuber soll bei Infineon ebenfalls ein Manager aus der Alpenrepublik folgen. Den Angaben des Dax-Unternehmens zufolge stellt sich der Chef des Linzer stahlbasierten Technologie- und Industriegüterkonzerns Voestalpine, Wolfgang Eder, auf dem kommenden Aktionärstreffen zur Wahl in den Aufsichtsrat. BranchenfremdEr sei “hervorragend” geeignet, “mittelfristig” den Vorsitz des Gremiums zu übernehmen, so Infineon. Der 65 Jahre alte promovierte Jurist führt die börsennotierte Voestalpine-Gruppe seit 2004. Eder ist für Infineon eigentlich ein Branchenfremder. Das war aber Mayrhuber auch, als er vor fast sieben Jahren sein Amt bei Infineon antrat. Beide kennen sich gut.Bei Voestalpine läuft Eders Vertrag im kommenden Jahr aus. Vermutlich steht er dann 2019 als Infineon-Chefaufseher zur Verfügung.Bis zu seinem Amtsantritt beim Halbleiterhersteller mit Sitz in Neubiberg bei München soll aber zunächst das langjährige Aufsichtsratsmitglied Eckart Sünner das 16-köpfige Organ leiten. Der selbständige Rechtsanwalt aus Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz) gehört der Kapitalseite des Aufsichtsrats seit zehn Jahren an.Der promovierte Jurist ist zugleich Mitglied des Kontrollgremiums des Düngemittelherstellers K + S. Dort läuft das Mandat des 73-jährigen gebürtigen Hessen aber dieses Jahr aus. Guter LaufMayrhuber scheidet zu einer Zeit aus, in der Infineon einen guten Lauf hat. Dank der konsequenten Ausrichtung der früheren Siemens-Tochter auf Leistungshalbleiter für Fahrzeuge, Automatisierungstechnik in der Industrie, Energieversorgung und Datensicherheit befindet sich Infineon auch in diesem Jahr unter Vorstandschef Reinhard Ploss auf Rekordkurs.Unter diesem Blickwinkel dürfte Eder dem Management vor allem mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es darum geht, neue, maßgeschneiderte Produkte für die industriellen Großabnehmer zu entwickeln und zu produzieren. Als Chef eines Großkonzerns könnte Eder hier sein Wissen und seine umfassenden Erfahrungen einbringen.