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Nissan-Chef Uchida verspricht erfolgreiche Sanierung

mf - Zweieinhalb Stunden dauerte die außerordentliche Hauptversammlung von Japans zweitgrößtem Autobauer, auf der vier Manager in den Verwaltungsrat gewählt wurden: Makoto Uchida (53), seit Anfang Dezember neuer CEO und Präsident, COO Ashwani Gupta,...

Nissan-Chef Uchida verspricht erfolgreiche Sanierung

mf – Zweieinhalb Stunden dauerte die außerordentliche Hauptversammlung von Japans zweitgrößtem Autobauer, auf der vier Manager in den Verwaltungsrat gewählt wurden: Makoto Uchida (53), seit Anfang Dezember neuer CEO und Präsident, COO Ashwani Gupta, Vizepräsident Hideyuki Sakamoto sowie Renault-Repräsentant Pierre Fleuriot. Sie rückten für ihre jeweiligen Vorgänger nach, darunter der umstrittene Hiroto Saikawa.Der 66-Jährige hatte seit April 2017 als CEO und Präsident agiert und die Verhaftung seines ehemaligen Mentors, Nissan-Chairman Carlos Ghosn, eingefädelt, indem er eng mit der Staatsanwaltschaft kooperierte. Wegen dubioser Einkünfte musste er kürzlich selbst gehen. Ein Aktionär fragte, ob er auf seine Rentenbezüge verzichten werde, erhielt aber keine Antwort. Doch Keiko Ihara, Chef des Gehaltskomitees, sagte, die Pensionspakete würden die aktuelle Ertragslage berücksichtigen.Unter noch stärkerem Beschuss stand sein Nachfolger Uchida. Niemand kaufe ein Auto von einem so schlecht organisierten Unternehmen, beklagte ein Aktionär. Ein anderer forderte, die Bezüge der Topmanager wegen ihrer schlechten Leistungen zu kürzen. Der Ärger ist verständlich: Im auslaufenden Geschäftsjahr bricht der Gewinn von Nissan nach eigener Prognose auf das Elfjahrestief von 65 Mrd. Yen (546 Mill. Euro) ein. Der Aktienkurs fiel am Dienstag unter 500 Yen, ebenfalls ein Elfjahrestief. Seit dem Abgang von Ghosn im November 2018 hat sich der Kurs halbiert, allein seit Anfang Januar ging es um ein Viertel abwärts. Die zweite Teildividende fiel aus, den Anteilseignern blieben nur 10 Yen für das erste Halbjahr.Auf die Empörung einzelner Aktionäre reagierte Uchida durchaus verständnisvoll. Er werde zurücktreten, falls er bei der Sanierung scheitern werde. “Sie können mich sofort feuern, falls das neue Managementteam das Unternehmen nicht effektiv führt und den Rückgang der Gewinne nicht stoppt”, versprach der neue Konzernchef. “Ich übernehme die schwierige Aufgabe mit großer Entschlossenheit”, versicherte Uchida. Im Mai will er einen überarbeiteten Geschäftsplan vorlegen. Zu den Kürzungen, darunter die Streichung von 12 500 Stellen, werden auch niedrigere Managergehälter gehören, kündigte er an.Der Name von Carlos Ghosn, der sich kurz vor dem Jahreswechsel durch seine Flucht in den Libanon einem Prozess in Japan entzogen hatte, provozierte geteilte Meinungen. Ein Aktionär forderte, die neue Konzernführung sollte nach vorn blicken. Ein anderer verlangte, Geld von Ghosn zurückzuholen und an die Anteilseigner zu verteilen. Diesen Weg hat Nissan inzwischen eingeschlagen und Ghosn auf 10 Mrd. Yen (84 Mill. Euro) Entschädigung verklagt, jedoch mit wenig Aussicht auf Erfolg. Und mancher Aktionär erinnerte sich mit Schrecken an die Warnung von Ghosn kurz nach seiner Verhaftung, dass Nissan bald die Pleite drohe.