Von Tom Tailor zu Hugo Boss
Von Tom Tailor zu Hugo Boss
md – Dr. Heiko Schäfer ist schon mal für gut drei Jahre Vorstandsvorsitzender eines börsennotierten Unternehmens gewesen. Von 2016 bis 2019 war er CEO des Modefilialisten Tom Tailor. Nun wird der 47-Jährige zum 16. März Mitglied des Vorstands von Hugo Boss. Als Chief Operating Officer (COO) werde er künftig die Verantwortung für die Ressorts Globale Produktionsentwicklung und Beschaffung, Eigenfertigung, Operations sowie Nachhaltigkeit und Qualitätsmanagement übernehmen, teilt der Bekleidungshersteller aus Metzingen mit. Damit erweitert sich die Zahl der Vorstandsmitglieder auf vier; neben CEO Mark Langer gehören dem Gremium bislang noch Yves Müller (CFO) und Ingo Wilts (Chief Brand Officer, CBO) an.Seine berufliche Karriere begann Schäfer den Angaben zufolge 2002 bei der Boston Consulting Group, wo er vor allem Kunden aus dem Konsumgüter- und Retailbereich beriet. 2008 wechselte er zu Adidas, wo er zuletzt als Senior Vice President die Geschwindigkeit und Effizienz der Produktentwicklung vorantrieb. 2015 folgte der Wechsel als COO in den Vorstand der Tom Tailor Group, wo er für Sourcing, Logistik und IT verantwortlich zeichnete.Im Mai 2016 wurde Schäfer CEO von Tom Tailor. Zuvor war bekannt geworden, dass die Modekette aufgrund mangelnder Rentabilität bis Jahresende Dutzende von Filialen schließen und in der Verwaltung rund 100 Stellen einsparen wollte. Aufgrund der anhaltenden Krise musste schließlich der langjährige Vorstandschef Dieter Holzer seinen Sessel räumen und Schäfer, zuvor COO, übernahm – zunächst kommissarisch – die Unternehmensleitung.Schäfer machte keine halben Sachen: Im Oktober 2016, fünf Monate nach seiner Beförderung zum CEO, gab er bekannt, dass bis Ende 2017 insgesamt 300 Filialen von Tom Tailor und der Tochter Bonita geschlossen werden sollten. Mitte März 2017 wurde Schäfer dann dauerhaft zum CEO ernannt. Die Sanierung von Tom Tailor galt zu dieser Zeit als weitgehend geglückt, so dass der Konzern mit einer Erholung bis Ende 2018 rechnete. Doch vor allem die Probleme bei Bonita wuchsen immer weiter. Im vergangenen Jahr scheiterte zunächst der Verkauf der Tochter an die niederländische Victory & Dreams am Veto der Gläubigerbanken. Im Herbst 2019 unterzeichnete Tom Tailor mit den Konsortialbanken und dem Großaktionär Fosun dann einen Kreditvertrag über insgesamt 375 Mill. Euro. Unmittelbar danach gab CEO Schäfer sein Amt ab. Die Mission war erfüllt. Optimierungsauftrag erteilt Gemäß Michel Perraudin, Aufsichtsratschef von Hugo Boss, soll Schäfer “vor allem die digitale Transformation unserer globalen Beschaffungs- und Produktionsprozesse maßgeblich vorantreiben”. CEO Langer ergänzte, dass mit der Erweiterung des Vorstands der “wichtige Bereich der Beschaffung und Produktion” gestärkt werde. “Die weitere Optimierung dieser komplexen Prozesse wird den Konzern entscheidend beim Erreichen seiner Wachstumsziele und der Steigerung seiner Profitabilität voranbringen.”