ETFs und ETPs

Phänomenales Wachstum

Börsennotierte Indexfonds (ETFs) und börsennotierte Produkte (ETPs) krempeln durch ihr schnelles Wachstum und hohe Mittelzuflüsse die gesamte Fondsbranche um.

Phänomenales Wachstum

wrü Frankfurt

Wie sieht ein schnelles und nachhaltiges Wachstum aus? Genau so, wie es die unten stehende Balkengrafik aufzeigt. Denn die börsengehandelten Produkte, die Ex­change Traded Products (ETPs), sind in den vergangenen Jahren rapide gewachsen. Wobei dieses Wachstum vor allem auf den zunehmenden Zuspruch der wichtigsten Untergruppe der ETPs, den börsengehandelten Indexfonds (ETFs), zurückzuführen ist. Und die europäischen ETFs sind in Europa als Fonds im bewährten und anerkannten Ucits-Mantel ausgestattet.

ETFs haben sich nach dem Vorbild Amerika auch in Europa durchgesetzt und weisen phänomenale Wachstumszahlen aus. So waren nach Angaben des Analysehaus ETFGI 2006 in Europa nur 94 Mrd. Dollar in ETFs angelegt, 2011 waren es bereits 268 Mrd. Dollar, 2016 schon 542 Mrd. Dollar und Ende 2020 dann 1,2 Bill. Dollar. Im Rekordjahr 2021 kam es auch infolge satter Zuwächse an den Aktienmärkten zu einem markanten Zuwachs auf 1,5 Bill. Dollar. Infolge der jüngsten Korrektur an den Wertpapiermärkten waren dann Ende April 1,38 Bill. Dollar in europäischen Ucits-ETFs angelegt.

Addiert man die übrigen ETPs wie Exchange Traded Commodities (ETCs) ergeben sich für den gesamten ETP-Markt in Europa ähnliche Zuwachsraten. So waren denn in ETPs Ende 2021 satte 1,6 Mrd. Dollar angelegt. Infolge der Marktkorrektur haben sich die in ETPs angelegten Gelder allerdings bis April leicht auf 1,48 Bill. ermäßigt.

Einher mit dem massiven Wachstum des ETP-Marktes in Europa ging ein deutlicher Anstieg der an den europäischen Börsen gelisteten Produkte. Und zwar von 312 im Jahr 2006 über 1823 im Jahr 2011 bis auf 2603 im Jahr 2021. Im April waren es exakt 2708. Die meisten der ETPs sind dabei ETFs. Ihre Anzahl betrug 1968 per Ende April. Im Jahr 2006 waren es lediglich 278 gewesen.

Das rapide Wachstum der ETFs in den vergangenen Jahren ist wesentlich auf hohe Mittelzuflüsse zurückzuführen. So war der April 2022 der 25-zigste Monat mit Nettozuflüssen in europäische ETPs. Neben den stetigen und anhaltenden Mittelzuflüssen hat natürlich auch die Hausse an den weltweiten Aktienmärkten die in ETFs angelegten Gelder befördert. Doch was sind nun die Gründe für diese gewaltige passive Revolution, welche die gesamte Fondsbranche umkrempelt? Warum waren vor allem ETFs in den vergangenen Jahren so gefragt, und warum stehen die Aussichten gut, dass sich der Siegeszug der ETFs weiter fortsetzt?

ETFs sind in Europa konstruiert als Fonds im bewährten Ucits-Mantel, das ist im Vergleich zu Zertifikaten oder anderen Produkten mit einem Emittentenrisiko ein gewaltiger Vorteil. Hinzu kommt, dass ETFs transparent und äußerst kostengünstig sind. So sind zum Beispiel die laufenden Kosten pro Jahr eines Aktien-ETFs deutlich niedriger als die eines herkömmlichen Aktienfonds. Dadurch beinhaltet der ETF schon einmal einen Renditevorteil, den ein aktiver Manager erst einmal ausgleichen muss. Und über die Jahre gelingt dies kaum einem Fondslenker. Mag sein, dass ein bestimmter Manager langfristig überzeugt, im Durchschnitt schneiden die ETFs laut den einschlägigen Berechnungen aber besser ab.

ETFs sind als Indexfonds ungewöhnlich transparent, jeder kann leicht nachverfolgen, in was ein ETF investiert. Auch kennt ein börsen­gehandelter Indexfonds in aller Regel keine Performancegebühr, im Gegensatz zu aktiven Fonds, bei denen mitunter Performancegebühren das Anlageergebnis signifikant mindern. Daher schätzen vor allem institutionelle Investoren die ETFs. Aber auch bei den privaten Anlegern werden die ETFs immer beliebter, nicht zuletzt auch über kostengüns­tige monatliche Sparpläne, welche die Discount- und Smartbroker an­bieten.

Mit zum Wachstum der ETFs trägt auch die Innovationskraft der Branche bei. So haben die Anbieter in den vergangenen Jahren nicht nur neue Produkte auf Standardindizes wie MSCI World, S&P 500 und Dax aufgelegt. Auch zahlreiche Anleihe-ETFs und Themenprodukte wurden begeben. Zuletzt haben nachhaltige ETFs stark zugelegt. So lassen sich inzwischen fast alle Anlegerwünsche kostengünstig über ETFs abbilden.

BZ+
Jetzt weiterlesen mit BZ+
4 Wochen für nur 1 € testen
Zugang zu allen Premium-Artikeln
Flexible Laufzeit, monatlich kündbar.