Auftauchende Wracks und abtauchende Banken
Auftauchende Wracks und abtauchende Banken
Die Börse spricht über die Commerzbank. Deren Vorstandschef Klaus Peter Müller räumt seit Monaten an allen Ecken und Kanten der Bank auf. Dem Zahlenwerk des Instituts tat dies bislang gut. Bei der Wahl der Mittel scheint dem sympathischen Coba- Chef jedoch bisweilen ein glückliches Händchen zu fehlen. Beispiel gefällig? Im Frankfurter Aktienhandel sollen gut zwei dutzend Mitarbeiter gehen. Die wollten die angebotenen Aufhebungsverträge jedoch nicht unterschreiben. Und schwupps sahen sich die Renitenten, darunter viele altgediente und zur Bank loyale Angestellte, in einer Ecke im überdimensionierten Handelssaal zusammengepfercht wieder. Despektierlich heißt die Ecke „Lepratisch". Dass die langjährigen Kunden dieser Mitarbeiter zukünftig noch die entgeldpflichtigen Dienste der Bank in Anspruch nehmen, erscheint sehr fraglich. Ade, Provisionserträge. Wo bleibt die Sanio-Truppe?Ein ärgerliches Thema ist die Schichau Seebeckwerft. Der Börsenmantel, einst Heimat einer der bekanntesten Werften Deutschlands, dümpelte lange Jahre regungslos vor sich hin. Bis zum 20. Dezember. Eine Strohmanngesellschaft namens Transglobal Reederei offerierte, quasi als vorweihnachtliche Gabe an den Streubesitz, ein Übernahmeangebot für 17,75 Euro je Aktie. Die einsetzenden Verkäufe in der zuvor von 1 Euro bis auf 15 Euro gestiegenen Schichau-Aktie machten Kenner stutzig (vgl. BZ vom 22. Dezember). Es kam dann so, wie es kommen musste, am 17. Januar hieß es, dass der Bieter nicht die finanziellen Mittel seiner Auftraggeber erhalten habe, um das Angebot erfüllen zu können. Also nichts mit den 17,75 Euro je Schichau-Aktie, am Markt gingen die Papiere am Freitag zu 3,60 Euro um. Der Aufreger an der Sache ist, dass unseriöse Übernahmeangebote überhaupt ungeprüft und bislang ungesühnt das Licht der Öffentlichkeit erblicken dürfen. Solche Wracks sollten besser am Meeresboden liegen bleiben. Ach ja, wo bleibt in diesem Fall eigentlich die BaFin? Jochen Sanios Aufpasser sind wohl ähnlich abgetaucht wie einst die Schichau Seebeckwerft. Moritz allein zu HausMoritz Bormann, Gründer von Internationalmedia (IM) und in Hollywood ansässiger Filmemacher, ist nicht zu beneiden. Da schafft es endlich ein Deutscher, in Hollywood großes Kino zu produzieren: „K-19", „Terminator 3", "Alexander“, bald "Basic Instinct 2“. Dafür Respekt. Leider kommt wirtschaftlich beim Anleger wenig bis nichts rüber, IM ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Inzwischen ist in Frankfurt einer Bank der Geduldsfaden gerissen, die als Kreditsicherheit hinterlegten Bormannschen Aktien "werden verwertet“. Film ab.