Das Parkett schlägt zurück
Das Parkett schlägt zurück
Die Börse spricht über die zahlreichen Börsengänge der vergangenen Tage. Als Erfolg wird der Börsenstart des Fondsanbieters HCI am vergangenen Donnerstag wohl nicht in die Bücher eingehen, doch geweint hat immerhin auch keiner. Bei einem der vorangegangenen IPOs war das anders, da wischte sich ein Beteiligter schon mal eine Träne aus dem Augenwinkel – allerdings vor lauter Freude und Rührung über ein gelungenes Projekt. Davon konnte bei HCI nicht die Rede sein. Allerdings sorgte nicht die unüblich lange Wartezeit auf den ersten Kurs für Unmut, sondern vielmehr, dass der erste Kurs auf Xetra erschien – nicht ungewöhnlich für einen Börsenstart, aber nicht zuletzt angesichts der Tatsache, dass die am IPO Beteiligten auf dem Parkett standen, fand der eine oder andere Marktteilnehmer die Bevorzugung des elektronischen Handelssystems gegenüber dem Parkett doch etwas unschön. Mit Blick auf die nackten Zahlen dürfte sich aber auch die Freude von Seiten des Unternehmens und der begleitenden Banken in Grenzen gehalten haben: Ein Xetra-Kurs auf Höhe des schon recht niedrigen Ausgabepreises und ein noch niedrigerer Kurs vom Makler auf dem Parkett ist angesichts der zuletzt so gut gelaufenen Emissionen ziemlich enttäuschend. Es bleibt die Hoffnung, dass der Start von Sunline am 20. Oktober besser verläuft. “Ein grundsolides Unternehmen”, heißt es von Marktteilnehmern zu dem recht kleinen Solarwert aus Fürth. Von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hat Sunline sogar das Prädikat “IPO-Norm” erhalten. Demnach hat das Unternehmen – im Gegensatz zu HCI, Q-Cells und Tipp24 – die an es gestellten Anforderungen bei Transparenz und Information der Anleger erfüllt. Angesichts der zahlreichen Emissionen wird vor allem bei zukünftigen IPOs “die Story dahinter” immer wichtiger für den Erfolg der Platzierung. Möglicherweise war es ja auch gerade das, was viele Investoren zunächst von HCI fern gehalten hat. Das Geschäftsmodell des Fondsanbieters gilt an der Börse nicht unbedingt als “sexy”, und auch dass die Alteigentümer “Kasse machen”, wurde am Markt nicht gerne gesehen. Bei Heidelberg Cement sorgte ein starker Kursanstieg mit hohen Volumina zum Wochenschluss für Verwunderung. Noch am Donnerstagabend sei eine große Order platziert worden, und am Freitag hätten die Titel bei hohen Umsätzen weiter angezogen, sagten Händler. Gerüchten um eine Aufstockung des Gebots von Adolf Merckle schenken sie jedoch keinen großen Glauben – zumal der Schwabe an sich ja nicht gerade als spendabel gilt. Offenbar haben zwei Institutionelle den OTC-Markt leer gekauft und im Anschluss den Preis am Kassamarkt hochgezogen – ihr Portfolio wird es ihnen danken.