Recht und Kapitalmarkt - Interview mit Martin Krause

Neue Plattform bietet Finanz-Flexibilität

Regulative und steuerliche Vorteile in Luxemburg

Neue Plattform bietet Finanz-Flexibilität

– Herr Dr. Krause, mit dem Astrax Investment Programm wurde via Luxemburg seitens der Hardt Group ein neues Emissionsprogramm gestartet, das verschiedene Assetklassen miteinander verbinden kann. Wie sieht die Struktur dieser Plattform aus? Astrax erlaubt sowohl die Kombination beliebiger Assetklassen als auch vollständige Flexibilität im Rahmen der Finanzierungsplanung – etwa durch frei wählbaren Leverage und gegebenenfalls Equity-Kicker. Die verschiedenen Investments mit ihren jeweiligen Finanzierungsmerkmalen werden in jeweils eigenständigen Kompartments verarbeitet, wobei aber die Möglichkeit von Kombinationen aufgenommen ist. Auf diese Weise können Investoren und Finanzierern auf ihre Investment- und Risikopräferenzsituation maßgeschneiderte Anlagemöglichkeiten geboten werden. – Welche Zielgruppen sowohl auf der Seite der Emittenten und der Investoren sollen angesprochen werden? Emittenten und Investoren stammen aus den alternativen Investmentbereichen, wie zum Beispiel Hedgefonds, Private Equity, strukturierten Finanzvehikeln, Projektfinanzierungen oder Real Estate. Die Zielgruppe auf Investorenseite für nichtöffentliche Angebote sind ausschließlich “Qualified Institutional Investors”. – Welche Emissionen wurden über Astrax bislang durchgeführt, welche Volumina haben sie, und welche künftigen Emissionen können über Astrax erwartet werden?Astrax One – das erste Kompartment – wurde Ende Oktober durch die Emission zweier Anleihen gestartet. Referenzassets waren Convertible-Bond-Arbitrage-Fonds, strukturierte Finanzvehikel (Mortgage Backed Securities) sowie jüngst verbriefte Projektfinanzierungen. Ende des Jahres werden die ersten 50 Mill. Dollar veranlagt sein. Hardt Group erwartet, dass das Volumen innerhalb der nächsten 18 Monate auf über 200 Mill. Dollar durch die Emission von Anleihen mit besonderen Eigenkapitalmerkmalen ansteigen wird. – Der Weg nach Luxemburg wurde aufgrund neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen in dem Großherzogtum gewählt. Welche regulativen und steuerlichen Vorteile ergeben sich daraus für Investoren und Emittenten?Das neue Luxemburger Rechtsregime erlaubt die Erreichung dreier bislang unvereinbarer Ziele. Zum Ersten ist das Securitisation-Vehikel bei Beschränkung des Vertriebs im Wege des Private Placement unreguliert. Zum Zweiten wird im Ergebnis Steuerfreiheit erreicht. Der dritte Vorteil besteht darin, dass es sich um einen europäischen Emittenten handelt. Da regulierte europäische Investoren häufig auf Investments im EU- bzw. EWR-Raum beschränkt sind, ist ihnen ein Investment in Astrax gestattet, was bei Offshore-Vehikeln schwieriger oder gegebenenfalls unmöglich wäre. – Dr. Martin Krause ist Rechtsanwalt und Partner im Frankfurter Büro von Linklaters Oppenhoff & Rädler.Die Fragen stellte Kai Johannsen.