Quartalszahlen

Rechtskosten lasten schwer auf Deutscher Bank

Trotz sprudelnder Zinseinnahmen verzeichnet die Deutsche Bank einen Gewinneinbruch. Im August startet ein Aktienrückkauf im Wert von 450 Mill. Euro.

Rechtskosten lasten schwer auf Deutscher Bank

Rechtskosten lasten schwer auf Deutscher Bank

Gewinneinbruch trotz sprudelnder Zinseinnahmen – Aktienrückkauf startet

lee/jsc Frankfurt

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal insbesondere im Geschäft mit Unternehmensfinanzierungen von steigenden Zinsen profitiert, aber trotzdem deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Wie das Institut am Mittwoch in Frankfurt mitteilte, waren dafür neben Abfindungen und anderen Belastungen im Zusammenhang mit dem Umbau der Privatkundensparte, die mit 260 Mill. Euro zu Buche schlugen, vor allem Aufwendungen in Höhe von 395 Mill. Euro für juristische Auseinandersetzungen maßgeblich. Unter dem Strich wies das Institut mit 940 Mill. Euro einen um fast ein Viertel niedrigeren Nachsteuergewinn als im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf.

Angesichts der zunehmenden Konjunktureintrübung, die einen Anstieg der Kreditausfälle erwarten lässt, erhöhte die Deutsche Bank die Kreditrisikovorsorge auf 401 Mill. von 372 Mill. Euro im ersten Quartal. Ein Jahr zuvor hatte die Kreditrisikovorsorge lediglich bei 233 Mill. Euro gelegen, obwohl in den ersten Monaten nach dem russischen Überfall auf die Ukraine mit Blick auf die konjunkturelle Entwicklung ebenfalls Unsicherheit herrschte.

Zwar sah sich die Deutsche Bank noch nicht genötigt, die Prognose zu revidieren. In einer telefonischen Pressekonferenz sagte Finanzvorstand James von Moltke jedoch, dass er mit Blick auf das gesamte Geschäftsjahr mit einer Kreditrisikovorsorge am oberen Ende der prognostizierten Spanne von 25 bis 30 Basispunkten rechne.

Nachdem das Institut bereits am Vorabend bekannt gegeben hatte, dass es nach der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden im August mit dem Rückkauf eigener Aktien im Wert von 450 Mill. Euro beginnen wird, reagierte der Markt gleichwohl gnädig. Der Aktienkurs rutschte nur zu Handelsbeginn leicht ins Minus, erholte sich im Tagesverlauf aber wieder. Aus dem Handel gingen die Papiere mit einem Plus von 0,7% auf 10,55 Euro.

Die Zahlen der ebenfalls börsennotierten Fondstochter DWS kamen am Markt besser an. Der Aktienkurs legte bis Börsenschluss um gut 4% auf 30,88 Euro zu. Wie aus dem Zwischenbericht hervorgeht, befindet sich die DWS mit Blick auf die Greenwashing-Vorwürfe in fortgeschrittenen Gesprächen mit der US-Wertpapieraufsichtsbehörde SEC. Noch stehe das endgültige Ergebnis der Untersuchung nicht fest, doch die aufgestockten Rückstellungen nährten offenbar die Zuversicht, dass das Unternehmen das Kapitel in absehbarer Zukunft abschließen kann.

Nebenstehender Kommentar Schwerpunkt Seite 6

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