Starkes Handelsgeschäft

UBS gelingt bester Start ins Jahr binnen 15 Jahren

Ein rekordstarkes Handelsgeschäft und eine positive Entwicklung in der Vermögensverwaltung haben der UBS das beste Quartalsergebnis seit 2007 eingebracht. Derweil sorgte eine hohe Risikovorsorge für ein rückläufiges Ergebnis der HSBC.

UBS gelingt bester Start ins Jahr binnen 15 Jahren

Dank eines boomenden Handelsgeschäfts hat die UBS den besten Jahresstart seit 2007 geschafft. Unter dem Strich verdiente die größte Schweizer Bank von Januar bis März 2,1 Mrd. Dollar, 17% mehr als in der Vorjahresperiode. Damals hatte zwar das Investmentbanking floriert, gleichzeitig hatte aber der Kollaps des Kunden Archegos den Weltmarktführer in der Vermögensverwaltung für Millionäre und Milliardäre viel Geld gekostet. Analysten hatten einer von der Bank selbst erhobenen Umfrage zufolge für das erste Quartal mit einem Überschuss von 1,8 Mrd. Dollar gerechnet.

Die Eigenkapitalrendite erreichte 19% und übertraf damit das im Februar auf 15 bis 18% angehobene Zielband. Die Marktturbulenzen wegen des Ukraine-Kriegs sorgten für rekordhohe Erträge in der Handelssparte. Die Kunden hätten in dem schwierigen Umfeld dem Rat der UBS vertraut, sagte Konzernchef Ralph Hamers. „Und da die volatilen Märkte für einen Anstieg der Handelsvolumen sorgten, bewältigten wir hohe Transaktionsvolumen, steuerten die Risiken und schufen Zugang zu Liquidität.“

Die UBS gehört mit der britischen HSBC zu den ersten europäischen Großbanken, die den Quartalsabschluss vorlegt. Die US-Großbanken litten im Startquartal unter der Abkühlung im zuletzt heiß gelaufenen Geschäft mit Firmenübernahmen und Börsengängen und verdienten teilweise deutlich weniger. Auslöser war unter anderem der russische Einmarsch in die Ukraine.

Auch im Kerngeschäft mit Reichen und Superreichen verdiente die UBS etwas mehr als vor einem Jahr. Die Bank profitierte von den steigenden Zinsen und neuem Geld. So trugen die Kunden weitere 19 Mrd. Dollar an gebührengenerierenden Vermögen zu dem Institut. Auch im Schweizer Heimatmarkt zog der Vorsteuergewinn an. Einzig im Asset Management verbuchte die UBS ein schwächeres Ergebnis. Das Risiko gegenüber Kunden mit Russland-Bezug fuhr die Bank im Verlauf des Quartals auf 0,4 Mrd. Dollar zurück. Ende 2021 hatte sich das direkte Länderrisiko Russland noch auf 0,6 Mrd. Dollar belaufen.

Risikovorsorge drückt HSBC-Ergebnis

Derweil hat die britische Großbank HSBC zum Jahresauftakt wegen der wieder angefallenen Vorsorge für Kreditausfälle weniger verdient. Der Gewinn sank um 28% auf 2,8 Mrd. Dollar (2,6 Mrd. Euro), wie die Bank am Dienstag in London mitteilte. Grund für den niedrigeren Gewinn war, dass die Bank wieder eine Risikovorsorge für den Ausfall von Krediten bilden musste. Im Vorjahresquartal konnte die Bank hier noch Reserven heben und einen Teil der Vorsorge auflösen. Vor Steuern und Sondereffekten ging der Gewinn um ein Viertel auf 4,7 Mrd. Dollar zurück. Die Erträge gingen leicht auf 12,5 Mrd. Dollar zurück. Experten hatten mit einem Ergebnis in dieser Größenordnung gerechnet. Am morgigen Mittwoch legen die Deutsche Bank und die in der Krise steckende UBS-Rivalin Credit Suisse ihre Quartalsabschlüsse vor.

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