WERTBERICHTIGT

1:0 für Italien gegen Spanien

Börsen-Zeitung, 15.3.2018 Acht Monate hat der Bieterkampf um Spaniens Autobahnbetreiber Abertis gedauert. Jetzt findet er ein unerwartetes Ende. Der spanische Hochtief-Mutterkonzern ACS und der italienische Mautstraßenkonzern Atlantia übernehmen...

1:0 für Italien gegen Spanien

Acht Monate hat der Bieterkampf um Spaniens Autobahnbetreiber Abertis gedauert. Jetzt findet er ein unerwartetes Ende. Der spanische Hochtief-Mutterkonzern ACS und der italienische Mautstraßenkonzern Atlantia übernehmen Abertis gemeinsam und sparen sich die Milliarden für ein überteuertes Bieterrennen. Der Einigung steht nichts mehr im Wege, da der Abertis-Hauptaktionär, die Bankenstiftung Criteria Caixa mit 22 %, Einverständnis signalisiert. Eine spanische Lösung, wie sie die Regierung in Madrid gewünscht und herbeizuführen versucht hat, ist das nicht. Atlantia bekommt den Mehrheitsanteil an der Holding und bestimmt den Vorstandschef. Leer ausgehen werden jene Hedgefonds, die auf eine erhöhte Offerte gewettet haben. Abertis bleibt ein eigenständiges Unternehmen mit Sitz in Madrid, wird aber vielleicht von der Börse genommen. Doch könnte es noch holprig werden. Denn Atlantia-Chef Giovanni Castellucci und ACS/Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes müssen die Strategie der neuen Abertis-Holding gemeinsam bestimmen. Derzeit steht es 1:0 für Italien im Spiel gegen Spanien. cru