Abertis billigt Offerte von Hochtief
Abertis billigt Offerte von Hochtief
ths Madrid – Der Aufsichtsrat des spanischen Mautstraßenbetreibers Abertis hat grünes Licht für das Übernahmeangebot von Hochtief und der italienischen Atlantia gegeben. Das Gremium bewertete die Offerte für 18,2 Mrd. Euro als “positiv”, wie Abertis am Dienstag der Madrider Börsenaufsicht CNMV mitteilte. Die Aktionäre haben bis zum 8. Mai Zeit, um auf das Angebot über 18,36 Euro pro Anteil einzugehen.Im März dieses Jahres hatten sich Atlantia, der Betreiber von zahlungspflichtigen Autobahnen in Besitz der Familie Benetton, der Baukonzern Hochtief und dessen spanischer Mutterkonzern ACS auf ein gemeinsames Angebot geeinigt, um einen kostspieligen Übernahmekampf zu vermeiden. Demnach bietet nun allein Hochtief für Abertis, nachdem die Italiener ihre Offerte zurückzogen. Der erworbene Anteil soll dann von einer neuen gemeinsamen Gesellschaft übernommen werden, an der Atlantia 50 % plus einer Aktie hält, ACS 30 % und Hochtief 20 % minus eine Aktie. Gleichzeitig steigen die Italiener mit einem Anteil von 24 % bei dem Essener Konzern ein, und ACS verringert ihre Beteiligung auf 50,1%.Das Angebot für Abertis ist an die Annahme von mindestens 50 % des Kapitals geknüpft. Der Hauptaktionär Criteria Caixa, die Holdinggesellschaft des Finanzinstituts La Caixa, will ihre 21,5 % verkaufen, wie in der Mitteilung von Abertis bestätigt wird. Das Unternehmen verweist darauf, dass das Angebot von Hochtief einen Aufschlag von 33,5 % auf den durchschnittlichen Aktienkurs der sechs Monate vor April letzten Jahres bedeutet, als Atlantia erstmals ihr Interesse an dem spanischen Autobahnbetreiber bekundete. Der Aufsichtsrat von Abertis beschloss, dass die knapp 8 % der Aktien in eigenem Besitz nicht an der Offerte teilnehmen, damit die Käufer über deren Verwendung befinden können. Hochtief wird also höchstens für 92 % des Kapitals aufkommen müssen. Am Montag hatte der deutsche Baukonzern der Börsenaufsicht CNMV mitgeteilt, dass man die Finanzierung der Übernahme über 27 Banken gedeckt habe, angeführt von BNP Paribas. Aus Deutschland dabei sind die Commerzbank und die Landesbank Baden-Württemberg.Atlantia, Hochtief und ACS beabsichtigen Abertis als eigenständige Tochtergesellschaft mit Sitz in Madrid zu führen. Die Aufsichtsräte des Konzerns kamen zu dem Schluss, dass die Bieter “eine Wachstumsstrategie verfolgen, die ganz auf der Linie der gegenwärtigen Linie von Abertis liegt”. Dazu gehört auch eine großzügige Dividendenpolitik mit einer Ausschüttung von 90 % des Gewinns. Regierung auf LinieRegulatorische Hürden sind nicht mehr zu befürchten. Das neue Bieterkonsortium muss bei der spanischen Regierung zwar noch eine Erlaubnis einholen. Doch der Minister für Transport und Infrastruktur, Iñigo de la Serna, erklärte, er sehe diesbezüglich keine Probleme. Die Regierung in Madrid hatte die Offerte der Italiener zunächst sehr argwöhnisch betrachtet und versucht, Atlantia Steine in den Weg zu legen, etwa mit einem Einspruch gegen die Zulassung der Offerte durch die CNMV. Der Vorsitzende der Marktaufsicht, Sebastián Albella, räumte ein, dass es Schwierigkeiten mit den Ministern gab. Die Übernahme von Abertis hätte seinerzeit zu einer “etwas speziellen Situation” geführt, sagte er. Doch mit der jetzigen Lösung ist die Regierung zufrieden. “Ein Abkommen ist immer besser als ein Wettstreit”, sagte Minister de la Serna.