Ado Properties verleibt sich Consus ein
Ado Properties verleibt sich Consus ein
scd Frankfurt – Die Kombination der drei Wohnimmobilienkonzerne Ado Properties, Adler Real Estate und Consus Real Estate kommt einen entscheidenden Schritt voran. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Fusion mit Adler hat Ado am Montag eine bereits im vergangenen Jahr vereinbarte Kaufoption für Consus ausgeübt (vgl. BZ vom 17.12.2019). Mit dieser erwirbt Ado ein 51-Prozent-Paket an Consus von der Luxemburger Investmentholding Aggregate. Mit dem Paket, über die Börse erworbenen Aktien und Zusagen weiterer Aktionäre kommt Ado bei Consus bereits auf einen Anteil von mehr als 80 %. J.P. Morgan und Kempen & Co agieren als Finanzberater von Ado, White & Case ist in rechtlichen Fragen konsultiert worden.Die Übernahme von Consus soll in zwei Schritten noch im dritten Quartal abgeschlossen werden, erklärte das SDax-Unternehmen, das sich mit der Übernahme auf Grundlage der Streubesitz-Marktkapitalisierung als Kandidat für die Aufnahme in den MDax sieht. Dazu wird auch die bereits angekündigte Bezugsrechtskapitalerhöhung beitragen, über die Ado noch 450 Mill. Euro zur Finanzierung der Transaktion einsammeln will. Die Kapitalerhöhung, die im dritten Quartal erfolgen soll, sei von den beteiligten Banken garantiert und werde von den wesentlichen Anteilseignern voll unterstützt.In einem zweiten Schritt beabsichtige Ado, allen verbleibenden Minderheitsaktionären von Consus später ein freiwilliges öffentliches Erwerbsangebot zu einem Umtauschverhältnis von 0,239 Ado-Aktien je Consus-Aktie zu unterbreiten – die Konditionen basieren auf dem Tauschverhältnis, das im Optionsgeschäft mit Aggregate vereinbart worden war.Nach Abwicklung der Kaufoption und Kontrollerwerb durch Ado werden Consus-CEO Andreas Steyer und CFO Benjamin Lee das Unternehmen verlassen, die aber zugesagt haben, dem Unternehmen beide zunächst beratend weiter zur Verfügung zu stehen. Der Vorstandssprecher der Consus Real Estate AG, Jürgen Kutz, und Theodorus Gorens, der als Chief Risk Officer und Deputy-CFO fungiert, sollen künftig den neu gegründeten Entwicklungsbereich von Ado leiten. Die beiden Ado-Co-CEOs Maximilian Rienecker und Thierry Beaudemoulin werden Mitglieder im Consus-Aufsichtsrat. “Die Übernahme von Consus ist ein wichtiger Meilenstein, der unsere Position als eine der führenden börsennotierten Plattformen für Wohnimmobilien in Europa und auf dem deutschen Wohnungsmarkt erneut bestätigt”, wird Rienecker in der Mitteilung des Unternehmens zitiert. Durch die Übernahme entstehe die viertgrößte börsennotierte Wohnungsfirma in Europa.Das aktuelle Portfolio bewertet Ado, die sich künftig in Adler Group umbenennen will, mit 8,6 Mrd. Euro. Inklusive der für das Portfolio geplanten und gestarteten Immobilienprojekte der nächsten sechs bis acht Jahre werde der Konzern auf ein Vermögen von 14 Mrd. Euro kommen, das sich zu etwa zwei Dritteln auf sieben deutsche Metropolen verteilt, wobei Berlin mit 30 % das absolute Schwergewicht bleibt (siehe Grafik). Mit der Übernahme von Consus sichert sich Ado Nachschub an Mietwohnungen. In den kommenden Jahren will der Projektentwickler mehr als 10 000 Wohnungen bauen. Aktuell verfügt Ado über mehr als 75 000 Wohnungen. Der Berlin-Anteil war zuletzt durch den Verkauf von 5 900 Einheiten an die landeseigene Gewobag für knapp 900 Mill. Euro reduziert worden. Synergieerfolge noch 2020Die Immobilienkonzerne erwarten sich aus der Transaktion bis Ende 2021 signifikante Synergien von ca. 90 Mill. bis 104 Mill. Euro. Davon sollen 13 Mill. bis 18 Mill. Euro operative Synergien sein – etwa bei Infrastrukturkosten, Marketingaufwand und anderen Verwaltungsposten – und 77 Mill. bis 86 Mill. Euro finanzielle Synergien. Mit 63 Mill. bis 72 Mill. Euro sollen etwas mehr als zwei Drittel der Effizienzsteigerungen bereits in diesem Jahr realisiert werden, wenn die Consus-Übernahme wie erwartet im Laufe des dritten Quartals erfolgreich abgeschlossen wird.Der Ado-Verwaltungsrat schlägt für 2019 eine einmalige Aussetzung der Dividende vor. Die Dividendenpolitik werde in Zukunft weiterhin eine Ausschüttung in Höhe von 50 % des operativen Gewinns (FFO 1) vorsehen, verspricht Ado.