Air Berlin will keine Staatsbürgschaft

Börsen-Zeitung, 21.6.2017 Reuters Frankfurt - Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin will vorerst doch keine Staatsbürgschaften beantragen. "Eine Absicherung von Krediten durch die öffentliche Hand ist nicht mehr nötig", sagte Air-Berlin-Chef...

Air Berlin will keine Staatsbürgschaft

Reuters Frankfurt – Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin will vorerst doch keine Staatsbürgschaften beantragen. “Eine Absicherung von Krediten durch die öffentliche Hand ist nicht mehr nötig”, sagte Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann dem “Tagesspiegel”. Man habe zuletzt Fortschritte bei der Neuaufstellung des Unternehmens gemacht und etwa die Leasingkosten für gut ein Dutzend Flugzeuge gedrückt. Der Schritt entlaste Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft um 50 Mill. Euro. Air Berlin hatte vor zwei Wochen die Möglichkeit ausgelotet, von zwei Bundesländern Bürgschaften zu erhalten. Mit solchen Zusagen können Bund und Länder die Rückzahlung von Krediten an ein Unternehmen garantieren, die sonst keine Darlehen mehr bekommen könnten. Air Berlin zahlt Winkelmann zufolge im Jahr 140 Mill. Euro für Zinsen. Die mit ihrem “Mallorca-Shuttle” bekannt gewordene Gesellschaft steckt nach strategischen Fehlern und einer jahrelangen Verlustserie in einer existenziellen Krise. Allein 2016 standen unter dem Strich knapp 800 Mill. Euro Verlust. Großaktionär Etihad muss seit dem Einstieg 2011 immer wieder tief in die Taschen greifen.