Airbus erwartet weniger Aufträge
Airbus erwartet weniger Aufträge
wü Paris – Die Coronavirus-Epidemie dürfte für Airbus stärkere Folgen als den vorübergehenden Stopp der A320-Produktion im chinesischen Tianjin vor kurzem haben. Der Flugzeugbauer rechne 2020 wegen des neuen Coronavirus mit einem schwierigeren Markt für Langstreckenjets als zunächst angenommen, da viele Verbindungen gestoppt worden seien, erklärte Airbus-Chef Guillaume Faury vor dem französischen Senat. “Es wird 2020 weniger Aufträge geben.” Das zeigte sich bereits im Februar: Im vergangenen Monat konnte Airbus keine neuen Bestellungen einfliegen, nachdem im Januar 274 Netto-Aufträge eingegangen waren. Viele Fluggesellschaften streichen seit Ausbruch der Epidemie ihre Flugpläne zusammen und lassen so wie die Lufthansa-Gruppe einen Teil ihrer Flotte am Boden. Die Coronavirus-Epidemie dürfte Airlines 2020 laut jüngsten Schätzungen des Branchenverbandes IATA (International Air Transport Association) weltweit einen Umsatzverlust von 63 Mrd. bis 113 Mrd. Dollar im Passagiergeschäft bescheren – je nachdem, ob die Epidemie unter Kontrolle gebracht werden kann oder nicht. Deshalb dürften Fluggesellschaften Bestellungen und geplante Auslieferungen verschieben. Air Asia X hat bereits angekündigt, die Auslieferung von bei Airbus bestellten A330neo-Langstreckenjets verschieben zu wollen. Der Flugzeugbauer soll deshalb über eine Reduzierung der A330-Produktion nachdenken. Die Coronavirus-Epidemie dürfte alle Flugzeugprogramme beeinträchtigen, meinen die Analysten von Jefferies.