Airbus-Sparte drosselt Ausgaben
Airbus-Sparte drosselt Ausgaben
Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte von Airbus streicht ihre Investitionen bis zum Jahresende zusammen, um das Ziel für den Cash-flow einzuhalten. Hauptgrund für den Sparappell von Bereichsfinanzchef Julian Whitehead ist der kostspielige Militärtransportflieger A400M. Die Aktie des Luftfahrtkonzerns verlor an Wert.sck München – Airbus hat die Investoren mit einem ungewöhnlichen Sparappell aufgeschreckt. Das Geschäftsfeld Defence & Space kündigte den Mitarbeitern an, die Investitionen bis zum Jahresende drastisch kürzen zu müssen.Bis genau feststehe, wie viel und wo im Detail gespart werden müsse, lägen unverzüglich sämtliche Investitionen in allem Segmenten und bei allen Tochtergesellschaften der Sparte auf Eis, kündigte Julian Whitehead, Executive Vice President und Chief Financial Officer des Konzernbereichs, in einer hausinternen Mitteilung den 34 000 Beschäftigten von Defence & Space an, wie Reuters berichtete. Nach dieser Nachricht gab die Airbus-Aktie, die seit Anfang September 17 % an Wert gewonnen hat, zeitweise um 1,6 % nach und beendete den Handel an der Pariser Börse bei 81,78 Euro (-0,4 %). Mehrere 100 Mill. Euro fehlenWhitehead zufolge droht die Konzernsparte bis zum Jahresende “mehrere hundert Mill. Euro” weniger in der Kasse zu haben als ursprünglich geplant. Eine wesentliche Ursache dafür ist das A400M-Programm. Deutschland, der größte Abnehmer des Militärtransportflugzeugs, hält wegen vieler Mängel bei dem Modell Gelder zurück. Erst am Mittwoch hatte der deutsch-französische Luftfahrtkonzern die Bestellländer gewarnt, dass die abermaligen Verzögerungen beim A400M den Kassenbestand im laufenden und im kommenden Jahr empfindlich belasten könnten. Neben Deutschland gehören Frankreich, Spanien und Großbritannien zu den größten Abnehmern des Flugzeugtyps, der seit Jahren mit Verzögerungen kämpft und daher bei Airbus für Mehrkosten in Milliardenhöhe sorgt.Im vergangenen Jahr verhagelte der verlustträchtige A400M erneut das Konzernergebnis. Der Nettogewinn brach um 1,7 Mrd. auf 1 Mrd. Euro ein (vgl. BZ vom 23. Februar). Daraufhin kündigte CEO Thomas Enders an, mit den Auftraggebern neu verhandeln zu wollen, um die Zusatzbelastungen zu begrenzen. Eine Einigung haben beide Seiten bislang noch nicht erzielt. Somit besteht weiterhin ein hoher Druck auf den Cash-flow des Unternehmens. Zudem belasten die Produktionshochläufe beim Langstreckenflugzeug A350 und beim modernisierten Mittelstreckenflieger A320neo die Finanzmittel des Konzerns. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres gelang es der Airbus-Gruppe aber, das Defizit beim freien Cash-flow vor Fusionen, Übernahmen und Kundenfinanzierungen um 0,5 Mrd. auf 2,1 Mrd. Euro zu reduzieren. Die Sparvorgaben von Konzern-CFO Harald Wilhelm zeigten ihre Wirkung.Das Management peilt bis Jahresende einen freien Cash-flow ungefähr auf dem Stand zum Jahresultimo 2016 an. Seinerzeit verbesserte Airbus diese Bilanzposition auf 1,4 (2015: 1,3) Mrd. Euro.In der Regel dreht der freie Cash-flow von Airbus im Jahresschlussquartal ins Positive, wenn Kunden im Rüstungsgeschäft erfahrungsgemäß ihre Vorauszahlungen leisten.—– Wertberichtigt Seite 8