Airlines könnten 61 Mrd. Dollar verbrennen
Airlines könnten 61 Mrd. Dollar verbrennen
wü Paris – Fluggesellschaften droht schon bald das Geld auszugehen, warnt der Branchenverband der Luftfahrtindustrie IATA (International Air Transport Association). Sie dürften im zweiten Quartal auf einen Nettoverlust von 39 Mrd. Dollar kommen und gleichzeitig 61 Mrd. Dollar an Barmitteln verbrennen, mahnte IATA-Chefökonom Brian Pearce Dienstag während einer Telefonkonferenz. Da viele Fluggesellschaften nur über Liquiditätsreserven für zwei, drei Monate verfügen, könnte eine für das vierte Quartal erwartete langsame Erholung der Situation für sie zu spät kommen.Pearce geht davon aus, dass die Nachfrage im Zeitraum April bis Ende Juni um 71 % einbrechen wird. Da angesichts jetzt zu transportierender Medikamente und medizinischer Ausrüstung der Luftfrachtverkehr weiterhin funktioniert, dürften die Umsätze der Fluggesellschaften in diesem Zeitraum um 68 % sinken. Der Branchenverband plädierte jetzt erneut dafür, Airlines die Möglichkeit einzuräumen, wegen der Coronavirus-Pandemie und den deshalb verhängten Reisebeschränkungen stornierte Flüge durch Gutscheine für Flüge zu einem späteren Zeitpunkt anstatt durch Geld zu ersetzen, um so die Liquiditätsreserven der Fluggesellschaften zu schützen.Laut Schätzungen der IATA müssen Fluggesellschaften im zweiten Quartal Flüge für 35 Mrd. Dollar erstatten. Davon entfallen etwa 10 Mrd. Dollar allein auf europäische Airlines. Die Europäische Kommission hat jedoch erst am 18. März erklärt, dass Passagiere die Wahl zwischen der Erstattung der Tickets und Gutscheinen haben sollten. Die Bundesregierung plädiert für eine Gutscheinlösung sowohl für Reisende als auch für Konzert- und Theaterbesucher, die jetzt entschädigt werden müssen. Frankreichs Regierung hat Reiseveranstaltern bereits die Erlaubnis erteilt, wegen der Coronavirus-Pandemie stornierten Reisen durch Gutscheine zu erstatten. IATA-Chefökonom Pearce rechnet erst im kommenden Jahr mit einer substanziellen Erholung der Luftfahrtbranche von der Krise.