Aixtron kehrt in die Gewinnzone zurück

Entwicklung und Ausblick sorgen für gute Stimmung an der Börse - OLED-Tochter sucht Partner

Aixtron kehrt in die Gewinnzone zurück

ak Düsseldorf – Aixtron hat nach fünf Verlustjahren 2017 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der LED-Produktionsanlagenhersteller wies für das vergangene Jahr eine operative Marge von 2 % und einen Nettogewinn von 6,5 Mill. Euro aus. Dabei half allerdings der Verkauf der Speicherchips-Produktion in den USA, die Aixtron im vergangenen Jahr veräußert hatte. Im Geschäftsbericht wird ein Gewinn aus der Transaktion von 23,8 Mill. Euro ausgewiesen. Dagegen stehen Restrukturierungskosten von 15,2 (i. V. 0,8) Mill. Euro, die vor allem durch die Einstellung einiger Entwicklungsaktivitäten anfielen.”Für das Jahr 2018 erwarten wir, auch im operativen Geschäft wieder deutlich profitabel zu sein”, kündigte Vorstandsmitglied Felix Grawert an, der seit einem halben Jahr den Konzern zusammen mit Bernd Schulte führt. “Mit der umfassenden Neuausrichtung des Unternehmens liegt der Fokus von Aixtron auf dem Kerngeschäft mit MOCVD-Anlagen.” Sie adressierten verschiedene Endmärkte mit Wachstumspotenzial. Auf Aixtron-Anlagen könnten Schlüsselkomponenten für optische Datenübertragung (Cloud Computing, Internet der Dinge), OLED-Bildschirme, Mobilfunknetze der nächsten Generation 5G oder 3-D-Sensorik (Gesichtserkennung bei Smartphones, autonomes Fahren) hergestellt werden.Die Entwicklung bei Aixtron stieß bei den Investoren auf Beifall. Die Erwartungen von Analysten waren vor allem am Jahresende 2017 teilweise übertroffen worden. Die Aachener lagen am Dienstag mit einem Kursplus von fast 13 % im TecDax weit vorn. Marge kommt voranDer Konzern, der durch den Speicherchip-Verkauf rund 39 Mill. Euro Umsatz verloren hat, rechnet für das kommende Jahr mit Erlösen und Auftragseingängen zwischen 230 und 260 Mill. Euro. Das entspräche in der akuellen, geschrumpften Konzernstruktur einem Wachstum zwischen 20 und 35 %. Der Vorstand peilt eine operative Marge auf Ebit-Basis zwischen 5 und 10 % an. Der operative Cash-flow soll erneut positiv ausfallen, allerdings im Vergleich zu 2017 sinken, da der Verkauf der Speicherchips hier für einen positiven Effekt von 51 Mill. Euro gesorgt hatte. Außerdem werde der Cash-flow im laufenden Jahr durch Verpflichtungen gegenüber Vertragspartnern des Speicherchip-Geschäfts mit knapp 12 Mill. Euro belastet.Für ihre OLED-Depositionstechnologie hat Aixtron Anfang Oktober eine eigene Tochtergesellschaft gegründet und befindet sich auf der Suche nach Partnern. Derzeit verhandele das Unternehmen mit möglichen Industrie- und Finanzpartnern über die Bildung eines Joint Ventures, hieß es in einer Mitteilung. Gleichzeitig befinde sich die neue OLED-Tochter Apeva in der Qualifikation bei einem großen asiatischen Display-Hersteller. Dem Vernehmen nach soll es Samsung sein. —-Wertberichtigt Seite 8