Aldi stockt US-Investitionen um 3,4 Mrd. Dollar auf
Aldi stockt US-Investitionen um 3,4 Mrd. Dollar auf
md Frankfurt – Kurz vor Eröffnung der ersten Lidl-Filialen in den USA hat Erzrivale Aldi seine dortigen Expansionspläne kräftig aufgestockt. Die deutsche Discounter-Kette will bis Ende 2022 die Zahl ihrer US-Filialen von derzeit 1 600 auf rund 2 500 erhöhen. Damit würde Aldi nach eigenen Angaben – gemessen an der Zahl der Geschäfte – zum drittgrößten Lebensmittelhändler in den USA. “Wir wachsen in einer Zeit, in der andere Händler zu kämpfen haben”, sagte der US-Chef von Aldi, Jason Hart. Der Discounter sei heute eines der am schnellsten expandierenden Handelsunternehmen in den USA. Insgesamt entstünden durch die Expansion 25 000 neue Jobs.Erst im Februar hatte Aldi ein 1,6-Mrd.-Dollar-Programm zur Modernisierung ihres US-Filialnetzes angekündigt. Jetzt stockte das Unternehmen seine Investitionspläne noch einmal um 3,4 Mrd. Dollar auf.Einer der Gründe für die Pläne könnte der Einstieg von Lidl in den US-Markt sein. Der Aldi-Rivale eröffnet an diesem Donnerstag seine ersten neun US-Filialen in den Bundesstaaten Virginia, North und South Carolina. Innerhalb eines Jahres sollen über 100 weitere Geschäfte entlang der Ostküste folgen. Aldi ist dagegen bereits seit 1976 auf dem US-Markt präsent, dort aber nicht sonderlich bekannt, was auch daran liegt, dass auf Werbeoffensiven verzichtet wurde und der weitaus größte Teil der Filialen in den Armutszonen des Mittleren Westens liegt.Der Markteintritt von Lidl und die Aldi-Offensive werden den Lebensmittelhandel in den USA umkrempeln, erwarten Experten. Zumal auch Amazon mit seinem Angebot Fresh in diesen Markt drängt. “Die traditionellen Händler können sich Umsatzverluste gerade jetzt in einem ohnehin wettbewerbsintensiven Umfeld nicht leisten”, sagte Ken Knudsen von der Beraterfirma Bain zu Bloomberg. Seit 17 Monaten in ununterbrochener Folge sinken die Lebensmittelpreise – die längste Serie seit über 60 Jahren.Einzelhändler wie Kroger, Safeway und Whole Foods könnten stark unter Druck geraten. Im Mittelpunkt steht aber Branchenführer Wal-Mart – der klassische Billighändler amerikanischen Zuschnitts. Der mit 485 Mrd. Dollar umsatzstärkste Konzern der Welt hat begonnen, die Preise für einige Produkte zu senken.Bain kalkuliert, dass die Discounter in den USA bis 2020 um bis zu 10 % pro Jahr wachsen werden. Das ist fünf Mal so viel wie bei traditionellen Lebensmittelhändlern. Doch man kann es auch anders sehen: Aldi ist nach vier Jahrzehnten in den USA nicht über einen Marktanteil von knapp 2 % hinausgekommen. Wal-Mart bringt es auf über 20 %.