Alibaba steigt bei chinesischer Supermarktkette ein
Alibaba steigt bei chinesischer Supermarktkette ein
nh Schanghai – Chinas führender Onlinehandelsbetreiber Alibaba Group Holdings beteiligt sich erneut an einem klassischen Einzelhandelsunternehmen. Wie nun bekannt gegeben wurde, erwirbt Alibaba für umgerechnet gut 2,4 Mrd. Euro einen Anteil von 36 % an der in Hongkong gelisteten Sun Art Retail Group, die in China ein Netz von 450 großflächigen Supermärkten betreibt.Die in Hongkong gelistete Gesellschaft ist aus einem französisch-taiwanesischen Joint Venture entstanden, an dem der französische Einzelhandelsriese Auchan mitwirkt. Sun Art ist gegenwärtig knapp hinter China Resources Group aber vor der amerikanischen Wal-Mart Stores die Nummer 2 bei chinesischen Großsupermärkten und kommt auf einen Marktanteil von 14,6 %.Auchan wird im Rahmen der mit Alibaba abgestimmten Transaktion ihren direkten Anteil an Sun Art auf dann ebenfalls 36 % aufstocken und will künftig mit Alibaba neue Konzepte zu einer Revitalisierung des zuletzt unter Druck geratenen Sun-Art-Geschäfts in China entwickeln. Aktie zum SchnäppchenpreisDie Transaktion kommt für chinesische Analysten nicht völlig überraschend, nachdem sich seit längerem ein Kapitaleinschuss bei Sun Art abgezeichnet hatte. Die Aktie war am 13. November mit Verweis auf eine bevorstehende Transaktion vom Handel ausgesetzt worden. Der von Alibaba und Auchan verhandelte Übernahmepreis beläuft sich auf 6,50 HK-Dollar je Aktie und liegt 24 % unter dem Schlusskurs vom 13.11. bei 8,60 HK-Dollar. Bei der Wiederaufnahme des Handels an der Hongkonger Börse kam es zu wilden Kurssauschlägen in beiden Richtungen, letztlich aber tendierte die Aktie aber dann etwas schwächer.Für Alibaba handelt es sich bereits um den vierten Einstieg bei einem herkömmlichen Einzelhändler in China, nachdem die Gesellschaft sich in den vergangenen zwei Jahren beim führenden chinesischen Elektronikwarenhändler Suning Commerce, dem Einkaufszentrumsbetreiber Intime Retail, sowie der Sanjiang Shopping Club Co. beteiligt hatte. Für diese Akquisitionen hatte Alibaba bislang insgesamt rund 5 Mrd. Euro aufgewendet. Kontrast zu AmazonMit dem Versuch einer Verzahnung von E-Commerce und physischem Einzelhandel hatte Alibaba bereits früh einen Trend in der Onlinehandelsbranche mitbestimmt. In diesem Jahr ist der führende US-Onlinehändler Amazon.com mit der Übernahme der US-Supermarktkette Whole Foods Market Inc. für 13,7 Mrd. Dollar (rd. 12 Mrd. Euro) massiv auf diese Linie eingeschwenkt. Während Amazon den Kauf von Whole Foods als eine direkte Kampfansage an den führenden US-Einzelhandelskonzern Wal-Mart versteht, betont Alibaba allerdings eher ein Kooperationsmodell der Zusammenarbeit mit chinesischen Warenhausketten.Auch bei Sun Art soll es in Verbindung mit Auchan darum gehen, das Supermarktgeschäft durch die Verknüpfung mit Internetdiensten wachstumsstärker zu machen, heißt es bei Alibaba. Kürzlich erst hatte Alibaba beim Singles Day am 11. November als Chinas größten Onlineshopping-Festival zahlreiche Aktionen gestartet. Dabei wurden Kunden auch in Einkaufszentren gelockt, um von dort aus an der Online-Rabattschlacht mitzuwirken.