Alles ist relativ
Alles ist relativ
In Zeiten niedriger Zinsen liegt es natürlich nahe, sich nach Anlagealternativen zum schnöden Sparbuch oder zum bestenfalls unverzinsten Girokonto umzuschauen. Dieses Argument greift nun auch die Chemieindustrie auf, bedienen die Branchengrößen ihre Aktionäre doch mit einer stabilen bis steigenden Dividende. Evonik reiht sich hier nahtlos ein und erfreut ihre Anteilseigner mit einer unveränderten Dividende von 1,15 Euro. Doch ist Vorsicht geboten, wenn sich Unternehmen einer hohen Dividendenrendite rühmen. Denn mit einer Dividendenrendite von 4,2 % auf Basis des Schlusskurses 2019 stehen die Essener keineswegs an der Spitze. Von der deutschen Großchemie haben bislang BASF und Covestro ihre Ausschüttungspläne veröffentlicht, und siehe da: Beide Konzerne übertrumpfen Evonik, bei BASF beläuft sich die Rendite auf 4,9 %, bei Covestro gar auf 5,8 %. Den Blick auf die Dividendenrendite einzuengen, bringt aber auch deshalb wenig, weil es auch auf die Kursentwicklung ankommt. Alles ist relativ – eine hohe Dividendenrendite kann auch Folge eines Aktiencrashs sein. ab