Alstria sieht sich robust aufgestellt

Bürovermieter erwartet geringe Mietverluste - Dividendenvorschlag kassiert

Alstria sieht sich robust aufgestellt

ste Hamburg – Der Bürovermieter Alstria Office Reit hat nach der Ankündigung, die am 23. April geplante Hauptversammlung zu verschieben, auch den Dividendenvorschlag für das Geschäftsjahr 2019 zurückgezogen. Vorstandschef Olivier Elamine erklärte in einer Telefonkonferenz, man werde die Möglichkeit, die Hauptversammlung bis Dezember zu verschieben, nutzen, um zu analysieren, wie sich die Coronavirus-Pandemie auf die Fähigkeit der Mieter auswirken wird, ihre Mieten zahlen zu können. Wenn die Folgen besser erkennbar seien, werde der Dividendenvorschlag neu bewertet. Ende Februar hatte Alstria angekündigt, eine Dividende von 0,53 Euro je Aktie für 2019 zu zahlen.Das MDax-Unternehmen hatte am vergangenen Montag erklärt, davon auszugehen, dass die große Mehrheit der Mieter nicht in Liquiditätsprobleme geraten werde. Es sei aber auch offensichtlich, dass der Druck auf die Cash-flows der Mieter umso höher sein werde, je länger der wirtschaftliche Stillstand andauere.Alstria-CEO Elamine teilte mit, bis Freitag hätten 115 Mieter, die eine Gesamtmiete von 1,5 Mill. Euro oder rund 10 % der aktuellen Monatsmiete repräsentieren, erklärt, ihre Mieten in den kommenden Monaten nicht zu bezahlen. Bei 43 dieser Mieter seien die Mieten erlassen worden, was Ertragseinbußen von rund 230 Mill. Euro per Monat bedeute. Bei den restlichen Mieten von rund 1,3 Mill. Euro blieben die Zahlungen fällig, was sich auf den Cash-flow von Alstria, nicht aber auf die Gewinn- und-Verlust-Rechnung auswirke.Der Konzern verwies auf die neue gesetzliche Regelung zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie. Die Ende März im Bundestag verabschiedeten Gesetzesänderungen sehen unter anderem einen zeitlich befristeten besonderen Kündigungsschutz für Mieter bei Mietzahlungsverzug zunächst im Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni vor, sofern die Nichtzahlung auf die Pandemie zurückgeführt werden kann. Alstria betonte, die Miete bleibe auch nach der neuen Gesetzeslage fällig. Alle unbezahlten Mieten müssten bis Ende Juni 2022 beglichen werden.Alstria-CEO Elamine verwies auf die stärkste Bilanz der Firmengeschichte. Zum Bilanzstichtag Ende 2019 lag die Nettoverschuldungsquote bei 27,1 %, der Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung/Ebitda) bei 8,5. Man habe 2020 bislang keine neuen Immobilien erworben, stattdessen aber fünf Immobilien im Gesamtwert von 82 Mill. Euro mit einem Gewinn von 6 % auf den letzten Buchwert verkauft. Nach Rückzahlungen von Finanzverbindlichkeiten und geplanten Investitionen in diesem und im kommenden Jahr geht der Konzern von 121 Mill. Euro freier Liquidität aus. Alstria will im Mai ein Schuldscheindarlehen über 37 Mill. Euro und im März 2021 eine Anleihe über 327 Mill. Euro zurückzahlen.