Altana lauert am Spielfeldrand auf Chancen
Altana lauert am Spielfeldrand auf Chancen
ab Düsseldorf – Der strukturelle Umbau der weltweiten Chemieindustrie ist in vollem Gang. Allein aufgrund seiner bescheidenen Größe kann sich der zur Beteiligungsgesellschaft Skion von Susanne Klatten gehörende Spezialchemiekonzern Altana daran jedoch nicht aktiv beteiligen. Vorstandschef Martin Babilas sieht das jedoch eher als Vorteil, wie er in der Bilanzpressekonferenz erläuterte. Gerade bei großen Unternehmenszusammenschlüssen würden einzelne Geschäftsbereiche im Nachgang aussortiert – dann schlage die Stunde von Altana. So geschehen im Vorjahr, als die belgische Solvay nach einer US-Akquisition das Isolierharzgeschäft zum Verkauf stellte. Die Aktionärsstruktur sei in dieser Hinsicht ein großer Vorteil. Dadurch sei Altana “nicht dem kurzatmigen Quartalsdruck ausgesetzt”, sagte Babilas. Rein bilanziell hat Altana dagegen erheblichen Spielraum für akquisitorisches Wachstum, weist die Bilanz doch eine Eigenkapitalquote von 70 % aus. Kurzfristig stehe eine ungenutzte Kreditlinie von 250 Mill. Euro zur Verfügung, sagte Finanzchef Stefan Genten. Zudem liegt die Nettoverschuldung bei schmalen 78 Mill. Euro. Die Voraussetzungen für einen größeren Wurf – die letzte Großakquisition liegt schon fünf Jahre zurück – wären also gegeben.Allerdings sieht Babilas keine Notwendigkeit für einen signifikanten Portfolioumbau. Eine Aussage, die von der operativen Entwicklung im abgelaufenen Turnus untermauert wird. So stieg der Umsatz um 8 (organisch: 7) % auf 2,2 Mrd. Euro, das dazugehörige operative Ergebnis verbesserte sich um 4 % auf 470 Mill. Euro. Damit bröckelte die Umsatzrendite bezogen auf das operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) zwar auf 20,9 (i.V. 21,8) % ab. Der Rückgang, der vornehmlich auf gestiegene Rohstoffpreise zurückzuführen war, fiel jedoch geringer aus, als Altana erwartet hatte. Langfristig ist mit 18 bis 20 % ohnehin ein niedrigerer Margenkorridor eingeplant. Der Zielgröße dürfte sich Altana im laufenden Turnus nähern, schätzt Babilas und verweist dabei auch auf den Gegenwind von der Währungsseite. Das organische Umsatzwachstum veranschlagt Altana dabei in einer Größenordnung von 2 bis 5 %. Hinzu kommen Beiträge aus den zuletzt getätigten Akquisitionen. Diese waren letztlich dafür verantwortlich, dass 2017 netto Mittel abflossen, zumal der operative Cash-flow durch das erhöhte Working Capital gedrückt war. Thesaurierung offen Inwieweit der Jahresüberschuss von 235 (210) Mill. Euro thesauriert wird, steht den Angaben zufolge noch nicht fest. Im Vorjahr hatte Skion auf eine Ausschüttung verzichtet. Dank der Aktionärsstruktur sei Altana in der Ausschüttungspolitik etwas freier, sagte Babilas.