Anlagenbauer Andritz muss zurückrudern

Sparte Hydro schwächelt - Investoren wenden sich ab

Anlagenbauer Andritz muss zurückrudern

wb Frankfurt – Der österreichische Anlagenbauer Andritz meldet für das erste Halbjahr 2017 zwar ein starkes Ergebnisplus, doch Umsatz und Auftragseingang mussten schon im zweiten Quartal einen kräftigen Dämpfer hinnehmen. Der Vorstand erwartet aufgrund der dünneren Bestelldecke einen Umsatzrückgang im Gesamtjahr. Dies ließ die vom Andritz-Erfolg verwöhnten Investoren zurückzucken – die Aktie büßte in Wien bis zu 11 % ein und ging mit minus 6,2 % aus dem Handel. Zum Ausblick heißt es, der Vorstand erwarte einen leichten Umsatzrückgang bei zumindest gleich hoher Rentabilität wie 2016. Bisher wurden zumindest stabile Erlöse prognostiziert.Der Konzern aus Graz mit weltweit 27 700 Beschäftigten bekommt die politischen Spannungen in der Türkei und Brasilien zu spüren, kommt aber in China stark voran, wie Vorstandschef und Großaktionär Wolfgang Leitner sagte. Niedrige Strom- und Energiepreise haben die Investitionsaktivitäten in Wasserkraftwerke gedämmt, was die Sparte Hydro belastete. Hier brachen die Orders im zweiten Quartal um 40 % ein. Das operative Ergebnis (Ebitda) sackte um 30 % weg. Auch in Metals, zu der die schwäbische Schuler gehört, gibt es einen Rückgang der Bestellungen um 21 %. Hier macht sich die Zurückhaltung der Autohersteller bemerkbar. Dafür setzte es in der größten Division Pulp & Paper einen Auftragsschub von 27 % und in der kleinsten Einheit Separation von 17 %. In Pulp & Paper sei die Profitablität mit einer Ebitda-Marge von 9,3 % “sehr gut” und wesentlich besser als bei Rivalen, womit Voith gemeint sein dürfte.Im zweiten Quartal brach der operative Cash-flow von 33 Mill. in einen Abfluss von 66 Mill. Euro ein. Im Halbjahr ging er um 59 % auf 81 Mill. Euro zurück. Einen Schwerpunkt der künftigen Investitionen setzt auch Leitner in der Digitalisierung. Unter anderem sei die Beteiligung an Venture-Capital-Fonds und Start-ups angedacht. Der Umsatz schrumpfte im zweiten Quartal um 5,6 % auf 1,39 Mrd. Euro. Das Ebitda legte indes um 8,1 % auf 110 Mill. Euro zu, und netto blieben erneut 68 Mill. Euro.