Atlantia und ACS schmieden Pläne
Atlantia und ACS schmieden Pläne
ab Düsseldorf – Die Pläne von Atlantia und ACS/Hochtief zur Aufteilung des spanischen Mautstraßenbetreibers Abertis, um einen teuren Bieterwettstreit zu vermeiden, nehmen langsam Konturen an. Dabei wolle der italienische Mautstraßenbetreiber seine Offerte zunächst zurückziehen, berichtet Reuters unter Verweis auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Im Anschluss käme die ACS-Tochter Hochtief mit ihrem Gebot zum Zuge. Dies hatte die spanische Börsenaufsicht CNMV erst am Vortag gebilligt. Voraussetzung für diese Vorgehensweise ist allerdings eine verbindliche Vereinbarung zwischen Atlantia und ACS, an der offenbar gerade gefeilt wird.Aktuell liegen noch zwei milliardenschwere Offerten für Abertis vor. Hochtief bietet etwa 18 Mrd. Euro, Atlantia, die von der italienischen Benetton-Familie kontrolliert wird, ist mit einem Gebot von etwa 17 Mrd. Euro am Start. Sollten sich die beiden Interessenten einigen, werde das spanische Unternehmen nach der erfolgreichen Übernahme durch ACS/Hochtief zunächst von der Börse genommen, bevor die Italiener im Anschluss ins Kapital einsteigen. Danach könnten die Abertis-Assets aufgeteilt werden. Diskutiert wird, dass ACS den Zugriff auf die spanischen Mautstraßen erhält, während sich Atlantia die Geschäfte in Frankreich und Italien einverleibt. In dieses Bild passt, dass sich Atlantia erst Anfang dieses Monats am Eurotunnel-Betreiber Getlink beteiligt hat. Die Abertis-Geschäfte in Südeinamerika könnte zwischen beiden Unternehmen aufgeteilt werden. Der Bieterkampf zieht sich seit Monaten hin. Die Möglichkeit, sich gegenseitig hochzuschaukeln, ist jedoch erst seit der Billigung beider Offerten gegeben.