Audi stellt Vertrieb in China neu auf
Audi stellt Vertrieb in China neu auf
sck München – Nach einem empfindlichen Absatzdämpfer in China aufgrund eigener Fehler hat Audi den Vertrieb im größten Einzelmarkt neu aufgestellt. Die Ingolstädter Volkswagen-Tochter hat mit ihrem langjährigen chinesischen Kooperationspartner FAW eine Absichtserklärung über die Gründung zweier neuer Gemeinschaftsunternehmen unterschrieben. Dabei geht es um eine Vertriebsgesellschaft und ein Joint Venture für Mobilitätsdienstleistungen, teilte Audi mit.Audi Sales wird damit als bisheriger Bestandteil von FAW-VW herausgelöst. Audi bezeichnete das als grundlegende Neustrukturierung des China-Geschäfts. Vor einem Jahr reagierten die chinesischen Audi-Händler des Partners FAW verärgert darüber, dass der deutsche Hersteller eine zusätzliche Zusammenarbeit mit SAIC anstrebte. Sie forderten Ausgleichszahlungen. Aufgrund des Protests zog Audi die Pläne mit SAIC zurück. Die umstrittene Doppelstrategie im Vertrieb sorgte für einen Absatzrückgang. FAW-Händler steuerten den Audi-Absatz zurückhaltender, wie Audi es formulierte. Im ersten Halbjahr 2017 brach das Neugeschäft im Reich der Mitte ein. In der zweiten Jahreshälfte startete Audi eine Aufholjagd mit neuen Modellen. Der Rückschlag führte dazu, dass Audi 2017 mit einem Absatzplus von nur 1 % auf 597 866 Einheiten in China das schwächste Vertriebsergebnis seit Jahren verbuchte. BMW und Daimler konnten Audi in China sogar überholen. Nun versuchen die Ingolstädter, mit einer Neugestaltung der Beziehung zu FAW wieder Boden gutzumachen.