Bahn hält an Kurs fest trotz politischen Drucks
Bahn hält an Kurs fest trotz politischen Drucks
ge Berlin – Deutsche-Bahn-Chef Richard Lutz sieht den Kurs des Staatskonzerns durch die neue Re-gierung nicht in Frage gestellt. “Ich sehe nichts, was Widerspruch oder Sorgen auslöst”, sagte Lutz mit Blick auf die Koalitionsvereinbarung und die Berufung neuer Aufsichtsratsmitglieder vornehmlich aus der Politik. Auch er würde den Koalitionsvertrag unterschreiben, in dem Union und SPD festgeschrieben haben, dass die Bahn die Gewinnmaximierung in den Hintergrund rücken und stattdessen mehr Verkehr auf die Schiene holen soll. Wenn die neue Regierung die Zahl der Bahnreisenden verdoppeln wolle, zeige dies, dass die Bahn “Teil der Lösung” sei. Es bleibe bei dem Dreiklang: “Mehr Qualität, mehr Kunden, mehr Erfolg.”Gleichzeitig muss der Bahn-Chef aber einräumen, dass die forcierten Investitionen in neue Züge und das Netz weder im vergangenen Jahr noch 2018 selbst finanziert werden können. Die Nettoschulden würden folglich trotz eines weitgehenden Dividendenverzichts des Bundes auf den Rekordwert von 20 Mrd. Euro zusteuern. Da aber auch die Finanzkraft des Konzerns gestiegen sei, mache er sich “keine Sorgen” um eine mögliche Ratingherabstufung, sagte Lutz bei der Erläuterung der 2017er Zahlen. Gleichwohl soll der Schuldenstand nicht über 20 Mrd. Euro wachsen. Für 2018 peilt die Bahn einen Umsatz von etwa 44 Mrd. und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von gut 2,2 Mrd. Euro an. Während die Stimmen in der Politik zahlreicher werden, die die Bahn auf das Geschäft in Deutschland be-grenzen wollen, zeigt die letztjährige Bilanz, dass neben dem Fernverkehr vor allem die Auslandsaktivitäten des Logistikers Schenker und des Bahn- und Busbetreibers Arriva Treiber der finanziellen Entwicklung waren. Mit 21,7 Mrd. Euro stehen die Auslandstöchter für gut die Hälfte des Konzernumsatzes. Laut Segmentbericht erwirtschafteten Arriva und Schenker 2017 ein Ebit von 301 bzw. 477 Mill. Euro, zusammen knapp 90 Mill. mehr als im Turnus zuvor. Der boomende Fernverkehr mit seinen weißen ICE- und IC-Zügen konnte das operative Ergebnis auf 381 Mill. Euro gut verdoppeln, während die roten Regio-Züge mit 508 Mill. Euro deutlich weniger erwirtschafteten als zuvor. Immerhin hat die Deutsche Bahn im Vorjahr 74 % der Ausschreibungen gegen ihre Wettbewerber gewonnen – so viel wie lange nicht mehr. Die defizitäre Güterzugsparte DB Cargo soll 2018 endlich wieder eine schwarze Null einfahren, gibt der Bahn-Chef vor.