Bayer steht bei Monsanto vor neuen Hürden
Bayer steht bei Monsanto vor neuen Hürden
ab Düsseldorf – Bayer hat die milliardenschwere Übernahme von Monsanto noch längst nicht in der Tasche. Hatte es zuletzt so ausgesehen, als hätten die Leverkusener mit weiteren Zugeständnissen einen Weg gefunden, die EU-Kommission zur Freigabe zu bewegen, scheinen sich nun die US-Behörden querzustellen. Wie Bloomberg berichtet, ist man im Justizministerium in Washington, das über die kartellrechtliche Freigabe entscheidet, der Ansicht, die Verkaufszusagen der Deutschen gingen nicht weit genug. Die Gespräche zwischen beiden Seiten verliefen konstruktiv, dauerten aber an. Eine endgültige Entscheidung könne sich noch Monate hinziehen, schreibt die Nachrichtenagentur. Von Bayer hieß es dazu schlicht: “Kein Kommentar.” Zuletzt hatte Bayer erklärt, die Transaktion im zweiten Quartal abschließen zu wollen. Bei dieser Aussage bleibt es. An der Wall Street versetzte die Nachricht Monsanto-Investoren dagegen in Aufruhr. Die Aktie gab in der Spitze um 5,6 % auf 116,25 Dollar nach. Das Übernahmeangebot von Bayer beläuft sich auf 128 Dollar je Aktie in bar oder 57 Mrd. Dollar in Summe. Glimpflicher kam der Dax-Wert Bayer davon. Zwar drehte die Aktie in einem freundlichen Gesamtmarkt in negatives Terrain. Zum Handelsende stand mit 94,84 Euro aber ein vergleichsweise kleines Minus von 0,8 % zu Buche. Erst in der vorigen Woche waren Bayer und BASF in exklusive Verhandlungen über das Gemüsesaatgutgeschäft eingetreten, nachdem Bayer im vorigen Herbst schon ein Asset-Paket – bestehend aus dem Geschäft mit nichtselektivem Herbizid und Saatgut für Feldkulturen inklusive der dazugehörigen Forschungs- und Züchtungsaktivitäten – für 5,9 Mrd. Euro an BASF weitergereicht hatte. Leiter der US-Wettbewerbsbehörde ist Makan Delrahim, der spätestens seit der Klage gegen die Übernahme von Time Warner durch AT & T einen Ruf als “harter Hund” weghat. Bayer-Chef Werner Baumann und Hugh Grant, Chef von Monsanto, sollen schon bei Delrahim vorstellig geworden sein.