Bayer umgarnt die Aktionäre
Bayer umgarnt die Aktionäre
Die behördlich veranlasste Verschiebung von Hauptversammlungen kommt angesichts des immensen Ertragsverfalls manchem Unternehmen entgegen, das sich die Hintertür offenhalten will, um die Dividende doch noch zu kürzen oder zu streichen. Die Investoren müssen sich auf eine weitere Ausdünnung der Ausschüttungen einrichten. Der in einer Dividendenstudie erfasste Rückgang der Dividendensumme in der Dax-Familie um 14 % für 2019 dürfte weiter zunehmen. Den Anteilseignern ist klar, dass es auch ihnen nutzt, wenn stark von der Wirtschaftskrise getroffene Konzerne vor allem ihre Liquidität sichern. Sie haben allerdings kein Verständnis, wenn sich diejenigen knausrig zeigen, die nicht auf dem Trockenen sitzen. Immerhin hat der Gesetzgeber die Möglichkeit einer Abschlagszahlung ohne Aktionärsbeschluss geschaffen. Bayer geht mit positivem Beispiel voran, hält am Hauptversammlungstermin fest und schaltet auf virtuelle Übertragung um. Der Konzern umgarnt die Aktionäre, die auf dem Aktionärstreffen vor allem über den Wertverfall nach der Übernahme von Monsanto diskutieren wollten. swa