BMW bricht der Absatz weg

Autohersteller verlängert Produktionsstopp für Werke

BMW bricht der Absatz weg

sck München – Die Coronakrise hat den Absatz von BMW deutlich gedrückt. Der Münchner Autokonzern meldete fürs erste Quartal einen Einbruch seiner weltweiten Pkw-Auslieferungen von über 20 % auf 477 111 Stück der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce. Der starke Rückgang ist vor allem auf China zurückzuführen, aber auch in den Kernmärkten Europa und den USA musste der Dax-Konzern spürbar Federn lassen. Im größten Einzelmarkt China sackte der Absatz um 31 % auf 116 452 Einheiten ab, in den USA um 17 % auf 64 692. Für Europa meldete BMW einen Rückgang von 18 % auf 220 812 Fahrzeuge der drei Marken, davon in Deutschland – 9 % auf 67 882.In einem sich erholenden Aktienmarkt ignorierten die Anleger diese schlechte Nachricht. Nach starken Kurseinbrüchen infolge der Pandemie gewann die BMW-Stammaktie am Montag bis zu 9 % an Wert und beendete den Xetra-Handel bei 48,56 Euro (+ 8,5 %). Der Absatzeinbruch ist eine Folge der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen für die Bevölkerung in zahlreichen Ländern, um die Seuche einzudämmen. Dadurch brach die Nachfrage weg.BMW musste die Produktion in Europa und in Südafrika (Standort Rosslyn) stillegen, vor kurzem auch im US-Werk Spartanburg. Zum Wochenauftakt teilte der Konzern mit, die Unterbrechung der Fertigung in Europa und in Nordamerika bis Ende April zu verlängern. Hoffnungsschimmer in ChinaWegen der Corona-Pandemie sei “mit einem weiteren Rückgang der Nachfrage auf den weltweiten Automobilmärkten” zu rechnen, erklärte BMW. Weil die Autohäuser geschlossen seien, “wird es noch länger dauern, bis die Märkte sich wieder erholen”. BMW schickte zuvor in Deutschland rund 20 000 Beschäftigte in Kurzarbeit.In China, wo das Coronavirus seinen Ursprung hat, beendete Peking die Quarantäne. Die kommunistische Führung des Landes will die Wirtschaft wieder auf Normalmaß zurückführen, um die volkswirtschaftlichen Schäden zu begrenzen. In China war die Produktion von BMW in den Werken in Shenyang kaum beeinträchtigt. Die Bänder liefen dort seit Mitte Februar wieder, sagte ein Unternehmenssprecher. Vertriebsvorstand Pieter Nota hofft darauf, dass sich die Lage entspannt: “In China sehen wir mit einem starken Auftragseingang die ersten Anzeichen einer Erholung.”In den europäischen BMW-Kernmärkten Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien sowie in Nordamerika wütet derzeit die Pandemie. Deshalb ist damit zu rechnen, dass auch im angelaufenen zweiten Quartal die Absatzzahlen desaströs ausfallen werden.Zur Bilanzvorlage Mitte März warnte der Vorstand bereits vor einem Gewinneinbruch 2020. Derweil verlegt BMW ihre Hauptversammlung am 14. Mai für Aktionäre ins Internet. Die Verwaltung hält an ihrem Dividendenvorschlag fest.