BMW schüttet nach Rekordjahr mehr aus
BMW schüttet nach Rekordjahr mehr aus
scd Frankfurt – Scheinbar unberührt von der Diesel-Krise hat BMW das Jahr 2017 wie die Wettbewerber VW und Daimler auf Rekordniveau abgeschlossen. Der Münchener Autobauer erwirtschaftete bei einem knapp 5-prozentigen Umsatzanstieg mit 8,7 Mrd. Euro gut ein Viertel mehr Gewinn, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde. Das Vorsteuerergebnis zog um 10 % auf 10,66 Mrd. Euro an. Damit erreichte BMW zwar das obere Ende der im November angehobenen Zielspanne. Zudem kündigte der Konzern an, der Hauptversammlung am 17. Mai eine um 50 Cent auf 4 Euro je Stammaktie bzw. 4,02 Euro je Vorzugsaktie angehobene Dividende vorzuschlagen.An der Börse sorgten Zahlen und Dividendenankündigung nur kurzzeitig für Euphorie. Die BMW-Aktie, die in den zurückliegenden zwölf Monaten knapp 2 % an Wert eingebüßt hat, notierte am Donnerstagvormittag zunächst knapp 1 % fester, ging letztlich aber mit 84,97 Euro nahezu unverändert aus dem Handel. Damit steigt die Dividendenrendite des Autobauers zwar auf 4,7 %, liegt aber weiterhin hinter der des Rivalen Daimler, der mit der jüngsten Anhebung auf 3,65 (i.V. 3,25) Euro je Aktie auf 5,1 % kommt. Die von BMW vorgeschlagene Ausschüttungsquote schafft mit 30,2 % gerade so das untere Ende der angepeilten Spanne von 30 bis 40 %. Mit der Anhebung um 14 % bleibt BMW zudem hinter der Ergebnisentwicklung (+ 26 %) zurück. Allerdings wurde der Jahresüberschuss um 977 Mill. Euro getrieben durch die Neubewertung latenter Steuern auf Basis der US-Steuerreform. Bereinigt um diesen Effekt zog der Nettogewinn nur um 12 % an.BMW hatte am Donnerstag bei Absatz-, Umsatz- und Ergebniskennziffern jeweils Bestwerte im Gepäck. “Wir haben das erfolgreichste Geschäftsjahr unserer Geschichte hinter uns”, stellte der Vorstandsvorsitzende Harald Krüger zufrieden fest. Zudem habe das Unternehmen bereits 2016 zahlreiche strategische Entscheidungen getroffen, um den Erfolg in den kommenden Jahren auszubauen. Dass diese Weichenstellungen nicht zum Nulltarif kommen, zeigt der Anstieg der Forschungs- und Entwicklungsleistungen um 18 % auf 6,1 Mrd. Euro. Für den laufenden Turnus erwartet Finanzvorstand Nicolas Peter eine neuerliche Ausweitung um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag, so dass sich der F-&-E-Aufwand der Grenze von 7 Mrd. Euro nähern dürfte. Peter wertet es als Zeichen “nachhaltiger Profitabilität”, dass BMW den operativen Gewinn trotz des gestiegenen F-&-E-Aufwands weiter steigern konnte. Die Ebit-Marge wurde mit 8,9 % auf Vorjahresniveau gehalten.BMW lieferte 2017 insgesamt 2,46 Millionen Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce aus – erstmals mehr als 100 000 davon elektrifiziert. Der E-Autoabsatz kletterte dabei um fast zwei Drittel. Für 2018 erwarten die Münchener eine erneute Steigerung um mindestens 35 % auf 140 000 Stück. “Leichter Zuwachs” erwartetDas 4-prozentige Wachstum des Konzernabsatzes wurde im Wesentlichen von den asiatischen Märkten getragen, wo die Auslieferungen um knapp 14 % auf 849 000 Autos anzogen. Größter Markt blieb Europa mit einem knapp 1-prozentigen Absatzplus auf 1,1 Millionen Fahrzeuge. Im US-Markt schrumpfte BMW um 3,5 % auf nur noch 366 000 Auslieferungen. Allerdings hat sich hier der Wind zuletzt gedreht. Während der Gesamtmarkt nach zwei Monaten um 1 % unter Vorjahr liegt, hat BMW den Absatz um 5,5 % gesteigert.”Wir streben im laufenden Jahr einen leichten Zuwachs der Auslieferungen auf einen neuen Höchstwert an”, erklärte Krüger. Einen detaillierten Ausblick will der Konzernchef in der Bilanzpressekonferenz am 21. März geben.