BMW verzichtet auf Sparprogramm
BMW verzichtet auf Sparprogramm
sck München – Nach einem Rekordjahr will BMW zwar 2018 das Ergebnis vor Steuern weiter steigern, dämpft aber die Erwartungen in Bezug auf die Gewinndynamik. Zur Bilanzvorlage kündigte Finanzvorstand Nicolas Peter an, im laufenden Jahr ein Resultat “mindestens” auf dem Niveau von 2017 anzustreben. Im vergangenen Jahr steigerte der Münchner Autokonzern den Vorsteuergewinn um 10 % auf 10,7 Mrd. Euro. Der CFO warnte, dass die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (F & E) 2018 weiter zulegen würden. Er begründete das mit den hohen Vorleistungen für neue Modelle, für Elektroantriebe und das autonome Fahren. Das drückt auf die Profitabilität der Kernsparte Automobile. Laut Peter soll die operative Rendite in der Zielbandbreite von 8 bis 10 % gehalten werden. Wegen der gestiegenen Investitionen stagnierte dieser Wert im Vorjahr bei 8,9 %. Dem CFO zufolge würde die Rendite um 1 Prozentpunkt steigen, könnte man das hochprofitable chinesische Gemeinschaftsunternehmen mit Brilliance direkt einbeziehen. BMW berücksichtigt das Joint Venture im Finanzergebnis. Die Anleger reagierten auf die Prognose wohlwollend, obwohl diese wie zuvor bei den Wettbewerbern Volkswagen und Daimler relativ verhalten ausfiel. Die BMW-Stammaktie gewann zeitweise 1,3 % an Wert. Das Papier beendete den Xetra-Handel fast unverändert bei 86,10 Euro. Peter und Vorstandschef Harald Krüger betonten die finanzielle Solidität des Unternehmens. Der CEO bekräftigte, dass die hohen Aufwendungen für die Transformation des Konzerns zu einem digitalisierten Mobilitätsdienstleister vollständig aus dem Cash-flow der Kernsparte finanziert werden sollen. Peter bezeichnete den freien Cash-flow als “stark”. Dem Finanzvorstand zufolge ist ein umfassendes Sparprogramm für BMW gar nicht notwendig. Seinen Worten nach konzentriert sich BMW darauf, die Komplexität in der Beschaffung und in der Produktpalette zu reduzieren. Auf diese Weise will er die Kosteneffizienz steigern. BMW zielt darauf ab, nach einer Verschlankung der Angebotspalette beim Mini auch in der Hauptmarke Ähnliches zu vollziehen. Dabei will die Konzernführung unter anderem die bisherige Modellvariantenvielfalt zurückfahren. Das spart Geld. —-Schwerpunkt und Kommentar Seite 9