SIEMENS BRINGT MEDIZINTECHNIK AN DIE BÖRSE

Börsengang der Tochter soll den Wert der Mutter steigern

Siemens handelt mit einem Abschlag von 20 Prozent

Börsengang der Tochter soll den Wert der Mutter steigern

wb Frankfurt – Der Börsengang der Medizintechnik soll nach Analystenschätzungen auch zu einer Neubewertung des industriellen Geschäfts von Siemens führen. Die Experten von Morgan Stanley, die Healthineers einen Enterprise Value von 31,3 Mrd. bis 44,1 Mrd. Euro zutrauen, rechnen mit einem “Re-Rating” des Dax-Konzerns nach dem IPO der Tochter. Das industrielle Geschäft werde derzeit deutlich niedriger bewertet als das von Rivalen. Die Analysten gehen auf Basis der 2018 erwarteten Ergebnisse von 9,0- bis 10,9-mal für das Verhältnis von Enterprise Value zum Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) aus. Den Discount zum Wettbewerb schätzt Morgan Stanley auf etwa 20 %. Dies sei zum Teil Folge der Revisionen im Kraftwerk- und Windgeschäft. Ein Mehr an Transparenz solle zu einer Neubewertung der Siemens-Aktie wie bei Philips 2017 führen.Börsenaspirant Healthineers habe ein erstklassiges Imaging-Portfolio – 58 % des Umsatzes bei 20,1 % Ebit-Marge – und zeige Erholung in der Diagnostik. Aus der Analyse geht hervor, dass die Medizintechnik von Siemens 2018 mit 18,7 % eine höhere Ebit-Marge als Philips, mit 18,7 % ein stärkeres Verhältnis von freiem Cash-flow zu Umsatz und eine höhere Verzinsung des eingesetzten Kapitals (Roce) von 16,5 % als der Konkurrent habe, der sich auf die Medizintechnik konzentriert hatte. Auch GE Healthcare werde geschlagen.Der Fokus von Siemens auf Dezentralisierung mit Ausgliederung von Wind, Bahntechnik und Medizin verstärke den Fokus des Managements, eliminiere Kosten und könne den Wert des Kerngeschäfts Automatisierung steigern. Doch gebe es keine klare Veränderung in der Profitabilität, und die Fragen nach Integration und Kapitalallokation seien noch nicht beantwortet.