Bosch fertigt künftig Halbleiter in Dresden

Zulieferkonzern investiert rund 1 Mrd. Euro

Bosch fertigt künftig Halbleiter in Dresden

igo Stuttgart – Der Technologie- und Zulieferkonzern Bosch will seine Produktion von Halbleitern durch eine neue Fabrik in Dresden ausbauen. Die Investition belaufe sich auf rund 1 Mrd. Euro, teilte der Konzern mit. Der genaue Betrag sei, da noch Genehmigungen ausstünden, nicht bezifferbar, so ein Sprecher. Offen ist etwa die Unterstützung durch öffentliche Subventionen vom Freistaat Sachsen. Der Bund wolle bis zu 200 Mill. Euro zuschießen.”Die neue Fertigung für Halbleiter ist die größte Einzelinvestition in der mehr als 130-jährigen Geschichte von Bosch”, so Unternehmenschef Volkmar Denner. Bosch betreibt in Reutlingen bei Stuttgart bereits eine Halbleiterproduktion, in die vor sieben Jahren rund 600 Mill. Euro investiert wurden. Dort stellt Bosch unter anderem sogenannte MEMS-Sensoren her, die in drei von vier Smartphones stecken und etwa für die automatische Anpassung des Displays zuständig sind. Die Fabrik in Dresden, die ab Ende 2021 produzieren soll, wird aber zunächst integrierte Schaltungen, sogenannte ASICs, mit einer im Vergleich zur Produktion in Reutlingen effizienteren Methode fertigen. Durch ASICs werden im Auto unter anderem Airbags ausgelöst. Weitere Anwendungsgebiete ergeben sich aus der zunehmenden Vernetzung des Autos, durch die auch Bosch einen steigenden Bedarf erwartet, der durch die Produktion in Reutlingen nicht zu decken ist.Die Fabrik ist ein sogenanntes “Important Project of Common European Interest”. Das heißt, dass dafür eine besonders üppige öffentliche Förderung vorgesehen ist, weil es sich um für den Standort Europa wichtige Vorhaben handelt. In Deutschland wurde Mikroelektronik als strategisch wichtige Technologie identifiziert. Sachsen will im Rahmen des Clusters “Silicon Saxony” daher Ansiedlungen dieser Branche fördern. Allein durch die Bosch-Fabrik sollen 700 Arbeitsplätze entstehen.—– Wertberichtigt Seite 8