Bosch und Continental steigen bei Kartendienst Here ein
Bosch und Continental steigen bei Kartendienst Here ein
ste Hamburg – Die beiden weltgrößten Automobilzulieferer Bosch und Continental steigen mit einem Anteil von jeweils 5 % bei dem von den deutschen Autobauern Audi, BMW und Daimler kontrollierten digitalen Kartendienst Here ein. Die drei Hersteller, die derzeit gemeinsam mit etwas mehr als 84 % an der früheren Nokia-Tochter beteiligt sind, verringern ihre Anteile. Die Transaktion muss noch von Kartellbehörden genehmigt werden. Der Vollzug wird bis zum Ende des ersten Quartals erwartet. Kein Wort zu FinanzdetailsÜber die finanziellen Einzelheiten hätten die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart, teilten Bosch und Conti mit. Audi, BMW und Daimler hatten die Übernahme des Kartendienstanbieters im August 2015 bekannt gegeben. Die Transaktion über insgesamt 2,8 Mrd. Euro inklusive Schulden bewertete Here mit dem 17-fachen operativen Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) und dem 2,5-fachen Umsatz. Neben den Autobauern sind seit vergangenem Jahr auch der US-Chipproduzent Intel mit 15 % sowie der japanische Elektronikkonzern Pioneer mit etwas weniger als 1 % an dem Kartendienst beteiligt. Synergien im BlickBosch stärkt mit dem Einstieg bei Here das Service-Geschäft. “Bosch ist mehr als Auto”, erklärte Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung des Stuttgarter Unternehmens, das weltweit mehr als 20 000 Softwareentwickler beschäftigt. Industrie 4.0, Smart Home und Smart City seien für Bosch stark wachsende Bereiche, in den sich beim Auf- und Ausbau datenbasierter Dienste Synergien mit Here ergäben.Ein mögliches Anwendungsfeld der geplanten Zusammenarbeit sei die Intralogistik. Im Fokus der Partnerschaft mit dem Kartendienstanbieter stehen für Bosch offene Plattformen für alle Kunden. Dies gelte für den Nicht-Auto-Bereich ebenso wie für den Automobilsektor und die zunehmend vernetzte und automatisierte Mobilität. Mit Here lote man Möglichkeiten aus, die Bosch-Straßensignatur auch zur Pflege der Here HD Live Map, einer cloudbasierten Karte für automatisiertes Fahren, einzusetzen. Die Arbeit an der Straßensignatur mit Partnern wie TomTom, Autonavi, Baidu, Navinfo und Increment P werde unverändert fortgesetzt, fügte Bosch hinzu. Globale WachstumspläneHere komme mit Bosch-Unterstützung dem Ziel näher, zum Anbieter datenbasierter Echtzeitdienste auch außerhalb der Autoindustrie zu werden. Edzard Overbeek, CEO von Here, erklärte, die starke Bosch-Präsenz in Amerika, Asien und Europa ermögliche es Here, das Geschäft weiter global auszubauen. Das Unternehmen mit Zentrale in Amsterdam beschäftigt derzeit rund 8 000 Mitarbeiter und ist in 54 Ländern aktiv. Zur Beteiligung von Continental sagte Overbeek, zusammen werde man die Zukunft der Mobilität und des Transports gestalten. Mit Blick auf die zunehmend autonome Welt brauche es starke Partner, die sich in unterschiedlichen Bereichen gegenseitig ergänzen.Continental teilte mit, über die Beteiligung hinaus eine Kooperation mit Here anzustreben, die die Entwicklung von Technologien vorsieht, die hochgenaue Daten für eine effiziente Beförderung von Menschen und Gütern zuverlässig verfügbar machten. Digitale Daten und standortbasierte Dienste seien Schlüsselinnovationen für die vernetzte Mobilität, erklärte Elmar Degenhart, Vorstandschef des Dax-Konzerns aus Hannover. “Wir freuen uns darauf, zusätzliches profitables Wachstum durch den Einsatz der Here-Technologie im Bereich Mobilitätsdienste und automatisiertes Fahren zu generieren.”Conti und Here sind durch gemeinsame Entwicklungsprojekte bereits miteinander verbunden. Mit der neuen Zusammenarbeit sollen komplementäre Technologien gebündelt werden. Mit Hilfe der Here HD Live Map seien gemeinsame Systeme geplant, um neue Anwendungen und Weiterentwicklungen für die Fahrzeugautomatisierung und Mobilitätsdienste zu ermöglichen.