Bureau Van Dijk ist Moody's 3 Mrd. Euro wert
Bureau Van Dijk ist Moody's 3 Mrd. Euro wert
wb Frankfurt – “M & A deals and rumours and economic data” liefert Bureau van Dijk (BvD). Nun ist der Datendienstleister erneut selbst ein M & A-Fall und geht mit einer Bewertung von 3 Mrd. Euro an die Ratingagentur Moody’s. Verkäufer ist der Finanzinvestor EQT, der das Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden 2014 gekauft hatte und jetzt die Bewertung verdoppelt.BvD kam 2016 den Angaben zufolge auf einen Umsatz von 258 Mill. Euro und ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 132 Mill. Euro. Damit liegt die Bewertung beim 22,7-fachen Ebitda. Moody’s will den Zukauf in ihrer Sparte Analytics Research, Data & Analytics führen. Von 2019 an werden 45 Mill. Dollar an Umsatz- und Ausgabensynergien erhofft, von 2021 an 80 Mill. Dollar p.a. Moody’s finanziert die Übernahme mit einer Mixtur aus vorhandener Liquidität, die offshore geparkt ist, und neuen Schulden. EQT wird beraten von Quayle Munro und J.P. Morgan.Als der Finanzinvestor Charterhouse Bureau van Dijk vor drei Jahren an die skandinavische Beteiligungsgesellschaft EQT weiterveräußerte lag die Bewertung noch bei 1,6 Mrd. Euro – sie wurde damit binnen drei Jahren verdoppelt. Moody’s wollte BvD offenbar jetzt und ist bereit, dafür einen strategischen Preis zu zahlen. Charterhouse hatte die 1991 gegründete BvD aus Amsterdam nach drei Jahren Haltezeit damals zur Disposition gestellt und neben einer Verkaufsauktion auch einen Börsengang ins Auge gefasst. Mit EQT, wo die schwedische Wallenberg-Familie maßgeblicher Investor ist, hatte der Datendienstleister den vierten Private-Equity-Gesellschafter, bevor sie nun in den Hafen des amerikanischen Konzerns einläuft. 2004 war die damalige Candover eingestiegen, die 2007 an BC Partners abgab, welche wiederum 2011 an Charterhouse veräußerte.In der Branche ist eine Menge Bewegung. Der britische Medienkonzern Pearson hatte Mergermarket indessen 2013 für 382 Mill. Pfund an BC Partners verkauft. 2014 hatte sich der US-Finanzinvestor Carlyle mit Partnern den Datendienstleister Dealogic für rund 700 Mill. Dollar zugelegt. Wettbewerber sind in Teilmärkten auch Thomson Reuters, Bloomberg oder Markit. M & A-DatenbankenBvD bezeichnet sich als einen weltweit führenden Anbieter von elektronischen Firmeninformationen und verfüge über Unternehmens-, Finanz- und Beteiligungsdaten zu 220 Millionen Unternehmen weltweit. In M & A gehört die Datenbank Zephyr zu BvD. Man sei spezialisiert auf das Zusammenführen und Verknüpfen von Firmendatenbeständen aus unterschiedlichen Quellen. Darüber hinaus erhebt BvD Beteiligungsinformationen und Mergers & Acquisitions-Transaktionsdaten. Mit diesen Angaben würden die Datenbestände angereichert und wechselseitig verlinkt. Hinzu kommen Beteiligungsinformationen. BvD kann nach eigenen Angaben detaillierte, direkte und indirekte Beteiligungen, den Unabhängigkeitsgrad von Unternehmen sowie nationale und globale Konzernmütter aufzeigen. Und es gibt eine globale Datenbank mit Angaben zu Individuen, die in Verbindung mit Unternehmen stehen. Aktuell würden Daten zu über 1,2 Millionen M & A-, IPO- und Private-Equity-Transaktionen zur Verfügung gestellt. Diese Quelle könne zur Ermittlung von Übernahmekandidaten und Käufern, für die Kalkulation von Preisen und sowie die Analyse des Marktumfeldes genutzt werden.