Capital Stage wächst jetzt nach Plan
Capital Stage wächst jetzt nach Plan
Der Hamburger Solar- und Windparkbetreiber Capital Stage gibt erstmals eine mittelfristige Wachstumsstrategie vor. Grundlage ist eine neue strategische Partnerschaft.- Herr Paskert, der SDax hat im bisherigen Jahresverlauf um etwa 25 % zugelegt. Die Aktie Ihres Unternehmens hingegen kommt 2017 nicht von der Stelle. Warum? Fehlt Anlegern nach der Chorus-Übernahme Wachstumsfantasie?Viele Chorus-Aktionäre, die nach dem Börsengang der Chorus ihre Aktien veräußern wollten, dies aber aufgrund der geringen Liquidität der Chorus-Aktie nicht umsetzen konnten, haben zunächst die höhere Liquidität der Capital-Stage-Aktie im Zuge der Übernahme genutzt, um ihre Aktien zu veräußern. Dieser Effekt hat unseren Kurs belastet, ist aber nun vorbei.- War das bisherige Wachstum nicht ausreichend?Bisher haben wir eher projektbezogen investiert. Bei Erzeugungsanlagen mit durchschnittlich 5 bis 10 Megawatt (MW) Kapazität wurde das inkrementelle Wachstum bei zunehmender Größe des Gesamtbestandes einfach nicht mehr so stark wahrgenommen. Mit unserer neuen strategischen Partnerschaft bieten wir einen transparenten und nachvollziehbaren Wachstumsausblick für die kommenden drei Jahre. Wir werden unsere Kapazitäten von derzeit rund 1,4 Gigawatt (GW) bei Realisierung aller geplanter Projekte in drei Jahren auf rund 2,5 GW steigern können.- Was bedeutet die neue Partnerschaft mit dem Projektentwickler Solarcentury für Capital Stage?Sie gibt Capital Stage erstmals in seiner Geschichte die Möglichkeit, geplant zu wachsen sowie unsere Finanzierung und die internen Strukturen darauf auszurichten. Und dies auch gegenüber Investoren zu kommunizieren. Unser Wachstumskurs wird dadurch sehr planbar und transparent und bietet gleichzeitig weiteres Upside-Potenzial.- Sie sichern sich den Zugang zu Solarparks in Europa und Amerika. Welche Rolle spielt künftig noch das Windkraftgeschäft?Windkraft ist selbstverständlich auch in Zukunft von Bedeutung für uns, aufgrund der höheren Volatilität dient sie uns künftig weiterhin als attraktive Beimischung zu unserem Solarportfolio. Dennoch ist klar: Solarparks werden auch künftig die größte Rolle bei unserem Wachstum spielen. Wir haben im Eigenbestand mittlerweile einen Anteil von 70 % Solarparks gemessen am Gesamtportfolio. Die Solareinstrahlung ist deutlich stabiler und vorhersagbarer als Windaufkommen und bietet sehr gute, planbare Erträge. Darüber hinaus sprechen auch die Grenzkosten der Erzeugung sowie die kundenspezifische Skalierbarkeit aus unserer Sicht stärker für Solar.- Capital Stage hat sich im September erstmals über eine Hybrid-Wandelanleihe von knapp 100 Mill. Euro zusätzliches Kapital besorgt. Wie beurteilen Sie die finanzielle Basis mit Blick auf das im Zuge der Partnerschaft geplante weitere Wachstum?Mit unseren vorhandenen Mitteln, zu denen auch jene aus der erfolgreichen Platzierung unserer Wandelanleihe zählen, können wir Investitionen mit einem Gesamtvolumen von über 500 Mill. Euro umsetzen. Damit ist die Finanzierung der kurzfristig anstehenden Projekte in Europa und in Mexiko mit Solarcentury mehr als gesichert. Unser Ziel, eine Eigenkapitalquote von über 25 % zu halten, werden wir auch mit den neuen Investitionen erreichen.- Wie sehen Ihre mittelfristigen Finanzziele aus?Die strategische Partnerschaft mit Solarcentury ermöglicht es uns, den Effekt der erfolgreichen Umsetzung dieser Projekte auf unsere KPIs bereits heute zu kommunizieren. So wird allein die Umsetzung der ersten europäischen Projekte in der Größenordnung von circa 360 MW in deren erstem vollen operativen Betriebsjahr im Jahr 2021 zu einem zusätzlichen Umsatz von rund 30 Mill. Euro, einem operativen Ebitda von 21 Mill. Euro und einem operativen Ebit von 10 Mill. Euro führen. Dabei sind die Projekte in Mexiko und die weiteren Projekte bis zur Erreichung der 1,1 GW noch gar nicht berücksichtigt; auch nicht Projekte, die wir weiter selbst abseits der Partnerschaft erwerben werden, oder zusätzliche Mandate aus unserem Assetmanagement-Geschäft für institutionelle Kunden.- Mit welcher Cash-flow-Entwicklung ist auf Basis der neuen Partnerschaft zu rechnen?Die neue Partnerschaft hat auf das gegenwärtige Geschäftsjahr noch keinen Einfluss. Gleichzeitig können wir auf Basis der ersten europäischen Projekte, also rund 360 MW von insgesamt 1,1 GW, aus unserer Partnerschaft mit Solarcentury bereits heute sagen, dass wir im Jahre 2021 zusätzlichen Cash-flow von rund 20 Mill. Euro erzielen werden – zusätzlich zu dem, den unser Bestandsportfolio dann im Jahr 2018 erwirtschaften wird.- Die Dividende ist von 2011 bis 2016 von 5 auf 20 Cent je Aktie gestiegen. Bis 2021 werden bislang 30 Cent in Aussicht gestellt. Inwiefern werden sich die Pläne durch die neue Partnerschaft ändern?Investitionen sowie die Umsetzung der Projekte aus der strategischen Partnerschaft mit Solarcentury werden für unsere Dividendenpolitik weitere Potenziale bieten, die wir prüfen und dann kommunizieren werden.—-Das Fragen stellte Carsten Steevens.