Carillion-Gläubiger rufen nach Staat
Carillion-Gläubiger rufen nach Staat
hip London – Die Gläubiger von Carillion haben der “Financial Times” zufolge den Restrukturierungsplan des angeschlagenen Bauunternehmens als zu optimistisch abgelehnt und den Staat zum Eingreifen aufgefordert. Wie das Blatt online berichtet, wurde der Plan den fünf Banken, die das Vorgehen der Kreditgeber koordinieren, bereits am Mittwoch vorgelegt. Es handele sich um Barclays, HSBC, Lloyds Banking Group, Royal Bank of Scotland und Santander. Carillion sei ein wichtiger Zulieferer des Staats. Es gehe nicht um Verstaatlichung, aber die Regierung könne über einige der Verträge und die Pensionskasse einiges tun. Deren Defizit beläuft sich auf 590 Mill. Pfund. Die Nummer 2 der britischen Baubranche hatte die Gewinnziele im November zum dritten Mal in einem Jahr nach unten korrigiert. Dem Unternehmen, das unter anderem an der Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke HS2 beteiligt ist, machten unter anderem die Verzögerung eines Großprojekts in Nahost und niedrigere Margen für britische Dienstleistungsverträge zu schaffen. Wie Sky News berichtet, wurden EY und PricewaterhouseCoopers in den vergangenen Wochen eingeladen, sich um die Rolle des Insolvenzverwalters zu bewerben, sollte die Gesellschaft zahlungsunfähig werden. In diesem Fall wäre zumindest ein Teil der 19 500 Arbeitsplätze in Großbritannien in Gefahr.