China Vanke sammelt Kapital in Hongkong ein
China Vanke sammelt Kapital in Hongkong ein
nh Schanghai – Chinas drittgrößter Immobilienentwickler China Vanke Co. will das wieder empfänglichere Börsenklima in der Finanzmetropole Hongkong für eine Kapitalaufnahme in Höhe von 1 Mrd. Dollar (rund 910 Mill. Euro) nutzen. Wie aus einer Mitteilung an die Hong Kong Exchanges (HKEX) vom Donnerstag hervorgeht, plant Vanke eine Aktienausgabe über 315,6 Millionen Titel zum Angebotspreis von 25 HK-Dollar je Aktie. Dies entspricht einem Preisabschlag von 4,8 % auf den Schlusskurs der Aktie vom Mittwoch bei 26,25 HK-Dollar. Federn gelassenSeitens der Anleger ist die Maßnahme überraschend positiv aufgenommen worden. Am Mittwoch kletterte die Vanke-Notierung in Hongkong um 2,3 % auf 26,85 HK-Dollar. Im bisherigen Jahresverlauf hat die Vanke-Aktie allerdings wegen der Bremsung des chinesischen Immobilienmarktes durch die Corona-Pandemie und verstärkter Sorgen über Kapitalengpässe bei heimischen Immobilienentwicklern deutlich Federn lassen müssen und dabei knapp 22 % eingebüßt. Refinanzierungslücke Vanke will die frischen Mittel in erster Linie dafür einsetzen, Fremdwährungsschulden via Dollar-Anleihen zu reduzieren, und gleichzeitig das Betriebskapital auffüllen, heißt es. Die neuen Refinanzierungspläne über den Börsenweg reflektieren auch den zuletzt wieder erschwerten Zugang von chinesischen Immobilienentwicklern zu Bankkrediten, nachdem die chinesischen Finanzregulatoren das Exposure der Banken beim Immobiliensektor durch Quotenregelungen eng begrenzen. Gleichzeitig sind die Renditeaufschläge auf Dollar-Anleihen von chinesischen Immobilienentwicklern in den vergangenen Monaten deutlich in die Höhe geschnellt. WohnungsmarktdelleIn den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres sind die Vanke-Geschäfte coronabedingt eher holprig gelaufen. Zwar haben sich die Neuwohnungsflächenverkäufe seit nach einer schweren Delle in den ersten Monaten zuletzt im April und Mai wieder erholt gezeigt; insgesamt aber verzeichnet Vanke einen Rückgang der Verkaufserlöse im Vergleich zur Vorjahresperiode um knapp 8 % auf 247 Mrd. Yuan (rund 32 Mrd. Euro). In den vergangenen Jahren hatte Vanke erhebliche Wachstumsrückgänge zu verzeichnen. So waren die Wohnimmobilienverkäufe im vergangenen Jahr nur noch um 4 % vorangekommen, während man in den beiden vorangegangenen Jahren Zuwächse um 14,5 beziehungsweise 45,3 % gesehen hatte. Dann eben SchweinezuchtVanke hat vor dem Hintergrund der angespannten Situation im Wohnimmobiliengeschäft zuletzt ungewöhnliche “Diversifizierungspläne” ventiliert. So will die Gesellschaft in Nutzung der kräftigen Schweinefleischpreishausse im Reich der Mitte tatsächlich in größerem Stil in die agrarische Schweinezucht einsteigen. Aus diesbezüglichen Stellenanzeigen der Gesellschaft geht hervor, dass Vanke einen Mastbetrieb mit anfänglich rund 250 000 Schweinen aufzuziehen plant.