Chinesische Baidu steht vor Verkauf im O2O-Segment
Chinesische Baidu steht vor Verkauf im O2O-Segment
nh Schanghai – Der chinesische Internetkonzern und Suchmaschinenbetreiber Baidu steht vor der Veräußerung seines Randgeschäfts mit onlinegestützten Essenslieferdiensten. Die Waimai genannte Einheit soll dem Vernehmen nach an den Konkurrenten Eleme gehen, ein Start-up, hinter dem als wesentlicher Kapitalgeber der führende E-Commerce-Betreiber des Landes, Alibaba Group, sowie der eng mit Alibaba verbundene Zahlungssystemanbieter Ant Financial stehen.Gegenwärtig ist noch keine genaue Transaktionssumme bekannt, allerdings wurde Waimai zuletzt von Experten mit einer Bewertung von rund 2,5 Mrd. Dollar (2,1 Mrd. Euro) veranschlagt. Eleme wird nach ihrer jüngsten Finanzierungsrunde im laufenden Jahr, an der Alibaba und Ant Financial beteiligt waren, auf einen impliziten Marktwert von 5,5 bis 6 Mrd. Dollar taxiert.Marktteilnehmer gehen davon aus, dass Baidu einen Deal anstrengt, bei dem sie eine Cashzahlung erhält, aber auch an dem um Waimai erweiterten Geschäft von Eleme beteiligt wird. Ein Abverkauf von Waimai wird im Sektor als eine Niederlage von Baidu im stark aufgeheizten Wettbewerb um sogenannte Online-to-Offline-Dienste (O2O) gewertet. Dort ist neben Alibaba auch der chinesische Internetrivale Tencent mit Lieferdiensten, die an die soziale Medienplattform Wechat geknüpft sind, stark vertreten. Tencent agiert dabei ähnlich wie Alibaba mit Eleme ebenfalls über die Beteiligung an einem Start-up-Unternehmen, nämlich dem chinesischen Internetportal Meituan Dianping, das verschiedene O2O-Dienste auf sich vereint. Für Tencent und Alibaba hat das O2O-Segment auch ein wichtige Bedeutung für die Verbreitung ihrer hauseigenen Online-Zahlungssysteme und elektronischen Geldbörsen.Baidu wiederum hat sich mit dem Aufbau eines starken O2O-Geschäfts schwergetan. Vor zwei Jahren noch wurde eine großangelegte Offensive im O2O-Geschäft mit Investments von über 3 Mrd. Dollar verkündet, doch hat sich der strategische Fokus bei Chinas führendem Suchmaschinenanbieter nun stärker auf Bereiche wie künstliche Intelligenz und die Entwicklung von Plattformen für autonomes Fahren verlagert.