Chinesische Bauträger hadern mit Börsenplänen
Chinesische Bauträger hadern mit Börsenplänen
nh Schanghai – Chinesische Immobilienentwickler und Baufirmen stoßen auf einige Schwierigkeiten, zuletzt gute Bedingungen für Initial Public Offerings (IPO) an den Börsen in Hongkong und Schanghai zu nutzen, um frisches Kapital aufzunehmen. Eine ganze Reihe von Bauträgern mit Listing in Hongkong trachten danach, mit einem Spin-off von Geschäftsbereichen auch die Festlandbörsen anzuzapfen.Wie am Dienstag bekannt wurde, muss die zu den führenden Immobiliengesellschaften zählende Country Garden Holdings Pläne für ein IPO an der Börse Schanghai für die Einheit Guandong Country Garden Property Services wieder zurückstellen. Dabei verweist die Gesellschaft auf die zögerliche Haltung der chinesischen Wertpapiermarktregulatoren bei der Genehmigung von Neuemissionen. Seit Herbst sind zahlreiche Gesellschaften mit entsprechenden Börsenplänen bei der China Securities Regulatory Commission (CSRC) wieder abgeblitzt, nachdem diese ein neues Überprüfungskomitee eingesetzt hat. Chinas Wertpapierbehörde nimmt anders als die Regulatoren in Hongkong auch direkten Einfluss auf das Timing und den Umfang von IPO-Vorhaben. Neue Optionen im BlickCountry Garden betont, dass man neue Optionen sondiert, wobei auch an ein IPO für die Gebäudemanagementgesellschaft an der Hongkonger Börse in Frage kommen könnte, wo die Muttergesellschaft selber notiert ist. Allerdings versuchen die Branchenunternehmen mittlerweile bevorzugt höhere Bewertungsrelationen an Chinas Festlandbörsen für solche Vorhaben zu nutzen. An der Hongkonger Börse wiederum sieht man nach dem Abklingen einer Begeisterungswelle für Neuemissionen im Technologiebereich wieder erste Verspannungen im IPO-Geschäft, die auf eine müde Investorenresonanz schließen lassen. Die chinesische Hebei Construction Group beispielsweise, die zu den größten privaten chinesischen Baufirmen gehört, konnte für ein geplantes IPO über rund 250 Mill. Dollar (rd. 220 Mill. Euro) die Titel diese Woche nur am unteren Ende der Bewertungsspanne platzieren und sieht einer schwachen Nachfrage entgegen. Ein Riese im AnmarschVor diesem Hintergrund verfolgen die Marktteilnehmer mit besonderem Interesse die im Raum stehenden Pläne für ein IPO der Guangdong Midea Property Company. Dabei handelt es sich um ein gewaltiges Immobilienportefeuille des chinesischen Milliardärs He Xiangjian und seiner Familie, die auch mit einer Beteiligung von knapp 34 % die Kontrollaktionäre beim chinesischen Haushaltsgeräte- und Klimatechnikriesen Midea Group sind.Midea Property ist in über 100 Immobilienprojekten involviert, mit Schwerpunkten bei Wohnanlagen, Einkaufszentren und Freizeiteinrichtungen wie beispielsweise Golfplätzen und kommt auf Aktiva über 77,6 Mrd. Yuan (knapp 10 Mrd. Euro).Die Gesellschaft verbuchte in der ersten Geschäftsjahreshälfte 2017 operative Einnahmen in Höhe von 5,8 Mrd. Yuan und schrieb einen Gewinn von knapp 700 Mill. Yuan. Dem Vernehmen nach steht Midea Property bereits in Verhandlungen mit Investmentbanken, um einen Börsengang Anfang kommenden Jahres zu sondieren. Völlig offen ist dabei allerdings noch die Höhe der anvisierten Kapitalaufnahme.