Chipzulieferer ASML füllt das Auftragsbuch

Auflagen im Zuge der Pandemie bereiten Probleme

Chipzulieferer ASML füllt das Auftragsbuch

dpa-afx Veldhoven – Der Chipindustrie-Zulieferer ASML sitzt trotz der Coronakrise auf einem dicken Auftragsbuch und sieht auch keinen Nachfrageeinbruch. Probleme bereiten dagegen die Auflagen und Beschränkungen infolge der Pandemie, da dadurch die Produktion sowie die Auslieferungen und Installationen der Anlagen bei Kunden wie etwa dem Chiphersteller Samsung erschwert werden. Aus diesem Grund brach der Umsatz im ersten Quartal wie erwartet deutlich ein – bei den Aufträgen konnte das Euro-Stoxx-50-Schwergewicht dagegen am Mittwoch in Veldhoven Positives berichten.Das Bestellvolumen zog in den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorquartal um 28 % auf 3,1 Mrd. Euro an. Es gebe keinen Grund, etwas an der Nachfrageprognose zu ändern, sagte Konzernchef Peter Wennink. Es habe bisher auch keine Stornierungen von Bestellungen gegeben. Allerdings wagt der Konzern wegen der hohen Unsicherheit infolge der Coronakrise nicht wie sonst üblich eine konkrete Prognose für das laufende Quartal. Auch für das Gesamtjahr gab Wennink kein Ziel bekannt.Gestützt auf das dicke Auftragsbuch gibt es aber Hoffnung auf ein wieder anziehendes Geschäft zwischen April und Ende Juni. Es könnte ein wirklich gutes zweites Quartal werden, sagte Finanzchef Roger Dasen. So könnte der Umsatz im Vergleich zum Jahresauftakt um gut die Hälfte zulegen, und auch die Marge sollte sich wieder verbessern. Das Unternehmen hatte bereits Ende März mitgeteilt, dass die Coronakrise das erste Quartal belastet hat und der Umsatz deswegen nicht so hoch wie erhofft ausfallen wird.Der am Mittwoch veröffentlichte Umsatzrückgang um fast 40 % im Quartalsvergleich auf 2,44 Mrd. Euro fiel dann im Rahmen der gesenkten Prognose aus. Die Bruttomarge sank um 3 Prozentpunkte auf 45,1 % und damit an den unteren Rand der Ende März in Aussicht gestellten Bandbreite. Unter dem Strich blieb dem Konzern zum Jahresauftakt ein Gewinn von 391 Mill. Euro nach 1,1 Mrd. Euro im Vorquartal. ASML ist finanziell gut aufgestellt und bestätigte daher seine Dividendenaussage von Ende Januar.Demnach sollen für 2019 insgesamt 2,40 Euro je Aktie ausgeschüttet werden, 1,35 Euro je Aktie davon als Schlussdividende nach der Hauptversammlung am 22. April. Der Konzern hält auch grundsätzlich an dem angekündigten Aktienrückkauf über bis zu 6 Mrd. Euro fest. Hier hatte der Konzern aber Ende März angekündigt, das Programm zumindest im zweiten Quartal wegen der hohen Unsicherheiten auszusetzen.Die ASML-Aktie gehört im Corona-Crash bisher zu den stabilsten europäischen Standardwerten. So gab die Aktie seit dem 24. Februar lediglich um rund 9 % nach und ist damit der drittbeste Titel im Eurozonen-Auswahlindex Euro Stoxx 50.