Coach muss nicht tief in die Handtasche greifen
Coach muss nicht tief in die Handtasche greifen
sp New York – Die Luxusmarke Coach übernimmt den alten Handtaschenanbieter Kate Spade und muss dabei weniger tief in die eigene Tasche greifen, als in den vergangenen Monaten erwartet wurde. Der New Yorker Modekonzern bezahlt 18,50 Dollar je Aktie und legt damit insgesamt 2,4 Mrd. Dollar auf den Ladentisch. An der Börse wurde die Übernahme von Investoren beider Unternehmen wohlwollend aufgenommen. Gemeinsam wollen die Marken bei jüngeren Zielgruppen landen und mehr Umsatz in eigenen Geschäften machen, um dem Preisdruck im Handel auszuweichen.Im Vergleich mit dem Schlusskurs von Kate Spade am 27. Dezember des vergangenen Jahres, als erste Berichte über eine mögliche Übernahme die Runde machten, entspricht der Kaufpreis einem Aufschlag von 27 %. In den auf die ersten Gerüchte folgenden Monaten war die Aktie in Erwartung einer üppigen Offerte allerdings auf mehr als 24 Dollar gestiegen, bevor es im Frühjahr wieder kräftig bergab ging. Am Montag legten Kate Spade, die 1993 in New York gegründet wurde und aus der TV-Serie “Sex and the City” vor allem bei Jüngeren bekannt ist, zunächst um 8 % auf 18,40 Dollar zu, während Coach um bis zu 9 % kletterten. Diese Handtasche ist an der Börse gut 12 Mrd. Dollar schwer.Victor Luis, der seit Anfang 2014 an der Spitze von Coach steht, hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er das Unternehmen mit Hilfe von Übernahmen breiter aufstellen will. Neben der britischen Modemarke Burberry gilt auch Jimmy Choo als ein mögliches Ziel. Kate Spade war spätestens im November zum Übernahmeziel avanciert, nachdem der an dem Unternehmen beteiligte New Yorker Assetmanager Caerus Investors das Management in einem Brief zu einem Verkauf der Gesellschaft gedrängt hatte. Caerus-Gründer Ward Davis hatte im Februar noch einen Verkaufspreis “in den hohen 20ern oder in den niedrigen 30ern” angepeilt. Obwohl auch Michael Kors laut Insidern Interesse an Kate Spade bekundet hatte, kam ein Bietergefecht mit weit geöffneten Handtaschen statt Portemonnaies allerdings nicht zustande.