Constantin behält Sport 1

Nach der Entkonsolidierung von Highlight schrumpft die Bilanz kräftig

Constantin behält Sport 1

Der Fernsehsender Sport 1 bleibt bei Constantin Medien. Das Bieterverfahren zum Verkauf wurde gestoppt. Viel mehr Geschäft hat das Unternehmen auch nicht mehr: Mit der Entkonsolidierung der Schweizer Beteiligung Highlight Communications fällt ein großer Teil heraus.jh München – Constantin Medien ist ein deutlich kleineres Unternehmen geworden. Die Bilanzsumme schrumpfte in der ersten Hälfte dieses Jahres um mehr als 43 % auf 266 Mill. Euro. Grund ist die Entkonsolidierung der Schweizer Beteiligung Highlight Communications zum 12. Juni, mit der die Geschäftssegmente Film sowie Sport- und Event-Marketing aus dem Portfolio fallen.Kern des Unternehmens in Ismaning bei München ist nun das Segment Sport mit Sport 1, dem Anbieter von Fernseh-, Online- und Videoprogrammen, sowie der Produktionsgesellschaft Plazamedia. Der Vorstand von Constantin hat nun beschlossen hat, Sport 1 nicht zu verkaufen. Das Bieterverfahren wurde beendet. Zu den Interessenten zählte angeblich eine Zeit lang der Axel-Springer-Konzern.Highlight wird nun als langfristiger sonstiger finanzieller Vermögenswert bilanziert. Vor allem wegen der Entkonsolidierung erwartet Constantin Medien für das gesamte Jahr nur noch einen Umsatz von 250 Mill. bis 280 Mill. Euro nach zuvor 480 Mill. bis 520 Mill. Euro. Zudem erwartet der Vorstand einen deutlichen Umsatzrückgang im Segment Sport wegen einer schwächeren Entwicklung des Werbegeschäfts. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde in dieser Sparte negativ sein.Der Konzern rechnet allerdings mit einem höheren Ergebnis für die Anteilseigner als bisher: 7 Mill. bis 10 Mill. Euro. Grund ist ein im ersten Halbjahr verbuchter Einmalertrag von 37,3 Mill. Euro aus der Entkonsolidierung von Highlight. Refinanzierung der AnleiheIm Zusammenhang mit der Rückzahlung eines Kredits, des sogenannten Stella-Darlehens, und einer vom Highlight-Verwaltungsrat beschlossenen Kapitalerhöhung verringert sich der Anteil von Constantin an dem Schweizer Unternehmen von 60,5 % auf 32,7 %. Die Kapitalerhöhung ist allerdings noch nicht ins Handelsregister eingetragen.Constantin Medien hatte in der Schweiz vor Gericht Einspruch gegen die Kapitalerhöhung eingelegt. Nach dem Rückzug des früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Hahn und der Neubesetzung des Vorstands von Constantin beschloss das Management in der vergangenen Woche, sämtliche Rechtsstreitigkeiten vor Schweizer Gerichten zwischen Constantin und Highlight zu beenden. Ein Sprecher von Hahn sagte allerdings, dass alle Klagen von Constantin, denen Hahn beigetreten sei, wie die Strafverfahren fortgesetzt würden.Der Streit zwischen den Großaktionären Hahn und Bernhard Burgener hatte Constantin lange gelähmt. Wie berichtet, stellte sich auf der Hauptversammlung im August Hahn nicht mehr zur – allerdings aussichtslosen – Wahl in den Aufsichtsrat. Zudem trat der auf seiner Seite stehende Vorstandschef Fred Kogel zurück. Burgeners Lager beherrscht seitdem den Aufsichtsrat und ernannte neue Vorstände. Hahn reduzierte laut Stimmrechtsmitteilungen seinen Anteil an Constantin von 29,2 auf 20,1 % (vgl. BZ vom 9. September). Was Hahn mit seinen Aktien plant, sagte sein Sprecher nicht.Auf Constantin lastet eine Anleihe im Nominalwert von 65 Mill. Euro, die im April 2018 zurückgezahlt werden muss. Im Halbjahresbericht heißt es dazu, der Vorstand bereite mit einem renommierten deutschen Finanzinstitut und mehreren Investoren eine vollständige Refinanzierung vor. “Der Vorstand erwartet, die Refinanzierung bis zum Jahresende mit verbesserten Konditionen bis zum Jahresende finalisieren zu können.” Sollte dies nicht gelingen, “wäre die Unternehmensfortführung weiterhin gefährdet”.—– Wertberichtigt Seite 6