Conti verschiebt Vitesco-Abspaltung

Coronakrise verzögert Börsenpläne für Antriebssparte - HV nun am 14. Juli

Conti verschiebt Vitesco-Abspaltung

ste Hamburg – Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental verschiebt die Abspaltung seiner Antriebssparte. Der Spin-off inklusive Börsennotierung der in Regensburg ansässigen Vitesco Technologies werde in diesem Jahr nicht mehr vollzogen, teilte der Dax-Konzern aus Hannover nach einem Vorstandsbeschluss mit und verwies auf die anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten infolge der Coronavirus-Pandemie.An den Plänen für eine Abspaltung der Antriebssparte halte man weiterhin fest, stellte Continental-Vorstandschef Elmar Degenhart klar. Sie seien “zweifelsfrei der richtige Weg, den wir gemeinsam entschlossen zu Ende gehen werden, sobald sich das Marktumfeld dafür spürbar verbessert und gefestigt hat und sich damit auch berechenbarer erweist als zurzeit”. Der Betriebsrat von Continental begrüßte die Verschiebung. Eine Umsetzung in der aktuellen Situation um jeden Preis hätte beide Unternehmen überfordert, so Betriebsratschef Hasan Allak.Die Abspaltung benötigt die Zustimmung von Aufsichtsrat und Hauptversammlung (HV). Das ursprünglich am 30. April geplante diesjährige Aktionärstreffen von Conti, das nun in virtueller Form für den 14. Juli vorgesehen ist, hätte über den Spin-off von Vitesco beschließen sollen. Im vorigen Oktober hatte der Zulieferer Pläne für einen zunächst geprüften Teilbörsengang der Antriebssparte aufgegeben. Conti verzichtet damit auf Einnahmen aus einem IPO. Die Vitesco-Anteile sollen an die Conti-Aktionäre – darunter die mit 46 % beteiligte Schaeffler-Familie – übergehen.Conti erklärte weiter, die Vorbereitung des Antriebsgeschäfts auf einen späteren Spin-off plangemäß fortzusetzen. Über die Gestaltung der Übergangsphase würden Konzernvorstand und Vitesco-Geschäftsführung in den kommenden Wochen beraten. Ziel sei es, die Abspaltung “mit der dann kürzestmöglichen Vorbereitungszeit und mit hoher Flexibilität in Reaktion auf sich ändernde Marktbedingungen durchzuführen”.Conti-Chef Degenhart betonte, Vitesco verfüge über aussichtsreiche, profitable Wachstumschancen. Die Auswirkungen der Coronakrise hätten zwar den Markt vorübergehend angehalten, aber die Grundlagen für künftiges Marktwachstum nicht verändert. Vitesco-Chef Andreas Wolf erklärte, man schaffe nun die organisatorischen und prozessualen Voraussetzungen dafür, um jederzeit in der Lage zu sein, Spin-off und Börsennotierung kurzfristig zu vollziehen. Die entscheidenden Vorbereitungen würden bis Jahresende getroffen. Dann komme es nur noch auf das passende Timing im Marktumfeld an. Die Antriebssparte kam 2019 mit 41 744 Beschäftigten auf einen Umsatz von 7,8 Mrd. Euro und verbuchte eine bereinigte operative Rendite von 0,7 (i.V. 2,8) %.