Corona-Krise bremst Wachstum bei Beiersdorf
Corona-Krise bremst Wachstum bei Beiersdorf
Auch dem Konsumgüterkonzern Beiersdorf setzt die Corona-Krise zu. Das Wachstum im Januar und Februar zeigt Bremsspuren, die Prognose für das Gesamtjahr steht – wie bei anderen Unternehmen – unter Vorbehalt. 2019 hatten die Erträge nachgegeben. Beiersdorf sieht sich mit ihrer Strategie aber auf gutem Weg.ste Hamburg – Beiersdorf spürt die Folgen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus. Das Geschäft mit Kosmetikprodukten habe in den ersten beiden Monaten deutlich unter Plan gelegen, sagte Stefan De Loecker, Vorstandsvorsitzender des Hamburger Konsumgüterunternehmens, bei der Präsentation der Jahresbilanz 2019. Bremsspuren zeigten sich vor allem in China. Die Auswirkungen auf andere Märkte seien geringer. Es sei aber damit zu rechnen, dass sich dies noch ändern werde, meinte De Loecker.Unterbrechungen in den Lieferketten beobachtet der Dax-Konzern bislang nicht. In China hätten zwei der drei Werke die Produktion nach den verlängerten chinesischen Neujahrsferien wieder aufgenommen. Nur das Werk in der Provinz Hubei, wo das Virus zuerst aufgetreten war, arbeite noch nicht. Abhängig von regulatorischen Vorgaben könne die Produktion dort in den nächsten Wochen wieder anlaufen. Wie der Beiersdorf-Chef weiter sagte, ist auch die Klebstofftochter Tesa, die im vergangenen Jahr 18 % zum Konzernumsatz beitrug, von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen.Zur Höhe der bisherigen und erwarteten Belastungen machte De Loecker keine Angaben, die Folgen seien “aufgrund der dynamischen Lage noch nicht quantifizierbar”. Allerdings erklärte der seit Anfang 2019 amtierende Vorstandschef auch, dass man im laufenden Turnus mit “verstärktem Gegenwind” rechne, was auch an dem sich weiter verschärfenden Wettbewerb liege.Geschäftsreisen hat Beiersdorf wegen des sich ausbreitenden Virus eingeschränkt, größere Konferenzen zumindest für den Monat März ausgesetzt. Bislang sehe er keinen Anlass, den Termin der diesjährigen Hauptversammlung am 29. April in Zweifel zu ziehen, fügte der Vorstandschef im Jahrespressegespräch hinzu, das wegen der Corona-Krise im Rahmen einer Telefonkonferenz stattfand.Die ersten beiden Monate 2020 hat Beiersdorf nach Angaben von De Loecker in der Jahresprognose berücksichtigt. Das Nivea-Unternehmen, das Umsatzzahlen für 2019 bereits im Januar genannt hatte (vgl. BZ vom 17. Januar), rechnet im laufenden Turnus auf Konzernebene wie schon für 2019 mit einer organischen Erlössteigerung um 3 bis 5 % (2019: 4,1 %). Dazu soll die Consumer-Sparte ein Wachstum von 3 bis 5 (4,8) % beitragen, Tesa ein nicht beziffertes, leicht positives Wachstum (2019: 0,8 %). Beim Analysehaus Warburg Research hieß es, die Auswirkungen des Coronavirus könnten dazu führen, dass die Konsensschätzung von Analysten, die bislang in der Consumer-Sparte von einem Wachstum am oberen Ende der Spanne ausging, reduziert wird.Finanzchefin Dessi Temperley verwies auf eine erstmals seit Jahren verbesserte Bruttomarge, auf eine verbesserte Working-Capital-Quote im Consumer-Segment und ein positives Nettofinanzergebnis. Das stimme Beiersdorf zuversichtlich für 2020 und darüber hinaus. Bei der Umsetzung der vor Jahresfrist vorgestellten neuen Konzernstrategie “Care+” liege man im Plan.Die Ertragslage, die sich 2019 infolge der mit “Care+” verbundenen zusätzlichen Investitionen von 70 Mill. bis 80 Mill. Euro pro Jahr abschwächte, soll der aktuellen Einschätzung zufolge im laufenden Jahr stabil bleiben. Bei der um Sondereffekte bereinigten Ebit-Umsatzrendite, die 2019 im Konzern bei 14,3 (i.V. 15,4) % und damit im Rahmen des Zielkorridors landete, rechnen die Hamburger mit einem Wert auf Vorjahresniveau. Das Consumer-Segment soll eine bereinigte Ebit-Umsatzrendite von 14,0 bis 14,5 (14,1) % erreichen, Tesa das Vorjahresniveau von 15,3 %.2019 fielen auf 63 (16) Mill. Euro erhöhte negative Sondereffekte aufgrund von Einmalaufwendungen von 25 Mill. bzw. 19 Mill. Euro im Zusammenhang mit dem Erwerb der Bayer-Sonnenschutzmarke Coppertone und dem Verkauf der chinesischen Haarpflegemarke Slek an. Zudem führte ein angekündigtes Kostensenkungsprogramm bei Tesa im Berichtsjahr zu Aufwendungen von 19 Mill. Euro. Der Jahresüberschuss sank auf 736 (745) Mill. Euro.Für 2019 will Beiersdorf den Aktionären, zu denen mit einem Anteil von gut 51 % die Herz-Familie gehört, erneut die seit 2009 unveränderte Dividende von 0,70 Euro je Aktie zahlen. Die Beiersdorf-Aktie, die 2019 um knapp 17 % kletterte, legte gestern nach anfänglichen Verlusten um 1 % auf 97,82 Euro zu.