Covestro trumpft erneut auf

Operatives Ergebnis steigt im zehnten Quartal in Folge - Konzerngewinn mehr als verdoppelt - Stark erhöhte Preise durchgesetzt

Covestro trumpft erneut auf

Covestro, der von Bayer abgespaltene Kunststoffkonzern, schreibt die Erfolgsstory fort. Nach hohen Ergebniszuwächsen im ersten Halbjahr wird die Gesamtjahresprognose bestätigt. Die Aktie gibt dennoch nach.ab Düsseldorf – Covestro hat das operative Ergebnis im zehnten Quartal in Folge – jeweils im Vorjahresvergleich – ausgebaut. Vertraut man den Leverkusenern, ist damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Denn die Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal nimmt der Kunststoffkonzern zum Anlass, um für das dritte Quartal einen weiteren “signifikanten” Anstieg im Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) gegenüber dem Vergleichswert aus dem Vorjahr anzukündigen. Signifikant steht dabei für mehr als 10 %.Doch obwohl die Eckdaten über den Analystenerwartungen lagen, gab der MDax-Wert in der Spitze um 2,6 % nach. Dafür wurden wie so oft Gewinnmitnahmen verantwortlich gemacht. Zugleich aber hegen Analysten Zweifel an der Nachhaltigkeit des erreichten Margenniveaus. Wie Vorstandschef Patrick Thomas einräumt, profitierte sein Haus im Segment der Kunststoffschäume (Polyurethane) auch von Produktionsproblemen der Konkurrenz. Bei etwa 90 % des Geschäfts seien die Margen jedoch solide, sagt Thomas (siehe Interview auf dieser Seite). Steigende NachfrageGestützt wurde die günstige Entwicklung im Berichtsquartal von der hohen Nachfrage, die zu einer deutlich erhöhten Kapazitätsauslastung führte. Dadurch ließen sich deutlich höhere Preise durchsetzen. Besonders augenfällig ist dieser Effekt im größten Segment Polyurethanes. Dort gingen die abgesetzten Mengen zwar um 0,8 Prozentpunkte zurück. Demgegenüber stand jedoch ein positiver Preiseffekt von 27 Prozentpunkten. Der Segmentumsatz schnellte letztlich um 27,5 % auf 1,9 Mrd. Euro in die Höhe, das dazugehörige Ebitda wurde auf 556 Mill. Euro mehr als verdoppelt. KapazitätserweiterungenUm die hohe Nachfrage optimal bedienen zu können, wird zum einen die Produktion am Standort Tarragona in Spanien bis auf Weiteres fortgesetzt. Zum anderen wird die Kapazität für das Hartschaum-Vorprodukt MDI am norddeutschen Standort Brunsbüttel bis Ende 2018 auf eine Jahreskapazität von 400 000 Tonnen verdoppelt.Nicht ganz so hohe Zuwächse realisierte Covestro im Bereich der Polycarbonate (Hochleistungskunststoffe). Hier kam der Umsatz im Berichtsquartal um fast 10 % auf 911 Mill. Euro voran, das Ebitda erhöhte sich dazu leicht unterproportional um 3,1 % auf 197 Mill. Euro. Das kleinste Segment CAS (Lacke, Dichtstoffe, Folien) bewegte sich umsatzseitig dagegen nur auf Vorjahresniveau, das Ebitda der Sparte gab um fast 20 % auf 114 Mill. Euro nach. Grund hierfür waren nach den Angaben Mengenverschiebungen innerhalb des ersten Halbjahres.Die positiven Zahlen im Rücken bestätigte Covestro die Prognose für das Gesamtjahr. Konkret erwartet die Bayer-Abspaltung ein Mengenwachstum im Kerngeschäft im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich – im ersten Halbjahr lag es bei 3,5 % – sowie einen operativen Cash-flow nach Abzug der Investitionen, der deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre liegen soll. Zudem soll die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Roce) deutlich über dem Vorjahreswert liegen. Mittelfristig, heißt es, will Covestro auf dem Niveau seiner Abnehmerindustrien wachsen, die wiederum schneller wachsen sollen als das globale Bruttoinlandsprodukt.