Defence hui, Automotive pfui

Pandemie kann Rheinmetalls Rüstungssparte nichts anhaben

Defence hui, Automotive pfui

ab Düsseldorf – Das Festhalten an den beiden Sparten Rüstung und Automotive zahlt sich für Rheinmetall in der Krise aus. Zwar wurde das Autozuliefergeschäft schon im Auftaktquartal von der Viruskrise massiv beeinträchtigt, das robuste Rüstungsgeschäft federte den Einbruch jedoch ab, wie aus dem Zwischenbericht hervorgeht. Gleichwohl lässt sich die Anfang März veröffentlichte Prognose, die Folgen der Pandemie außen vor gelassen hatte, nicht mehr länger halten.Wenngleich der Ausblick auf die Rüstungssparte Bestand hat – hier wird eine Umsatzrendite von 9 bis 10 % in Aussicht gestellt bei gleichzeitigem Umsatzplus von 5 bis 7 % -, trauen sich die Düsseldorfer für Automotive keine Einschätzung zu. Die Folgen der Covid-19-Pandemie auf die Endkundennachfrage, die Produktionszahlen der Autohersteller und auf die globalen Lieferketten verhinderten eine verlässliche Einschätzung, heißt es. Fest steht lediglich, dass sowohl das Spartenergebnis von Automotive als auch das Konzernergebnis “deutlich unter den bisherigen Prognosen liegen werden”.Schon im ersten Quartal belasteten Produktionseinschränkungen Umsatz und operatives Ergebnis von Automotive. Hier hält sich Rheinmetall zugute, mit 10 (i.V. 49) Mill. Euro wenigstens noch ein positives operatives Ergebnis erwirtschaftet zu haben. Das könnte im zweiten Quartal anders aussehen, weil es in diesem Zeitraum zu weitaus größeren Beeinträchtigungen in der Fertigung kam. Die Marge im Segment Automotive schmierte im Berichtsquartal auf 1,7 (6,9) % ab.Im Konzern verringerte sich die Umsatzrendite bezogen auf das operative Ergebnis auf 2,5 (4) %, weil die Rüstungssparte dank einer Ergebnisverdreifachung ihre Marge auf 3,9 (1,4) % mehr als verdoppelte. Das Rüstungsgeschäft erweist sich in der Viruskrise als widerstandsfähig, was sich nicht zuletzt an einem Auftragsplus um 30 % auf 731 Mill. Euro zeigt. Defence baute den Umsatz im Berichtsquartal um 18 % auf 740 Mill. Euro aus, das operative Ergebnis schnellte auf 29 (9) Mill. Euro in die Höhe. Dafür verantwortlich war den Angaben zufolge in erster Linie die Division Vehicle Systems, die ihre Auslieferungen von logistischen und taktischen Fahrzeugen für die deutschen und australischen Streitkräfte steigerte.Wenngleich Analysten voll des Lobes für die vorgelegten Zahlen waren, fällten die Investoren zunächst ein anderes Urteil. Bis zum Handelsende reichte es jedoch für ein kleines Kursplus.