Déjà-vu für Aktionäre von RIB Software

Aktie seit der Kapitalerhöhung unter Druck

Déjà-vu für Aktionäre von RIB Software

igo Karlsruhe – Zwar hat RIB Software, der Hersteller von Bausoftware, solide Ergebnisse vorgelegt und den Aktionären eine höhere Dividende angekündigt – doch dem jüngsten Kurseinbruch der im SDax notierten Aktie wurde damit am Donnerstag nicht begegnet. Zeitweise sank der Kurs um bis zu 19 %. Am 19. März wurde das Papier noch zu 35,60 Euro gehandelt, jetzt schloss der Handel bei 17,29 Euro. Vergangene Woche hatte RIB über eine Schnellplatzierung brutto 131 Mill. Euro frisches Kapital am Markt eingesammelt, worauf der Kurs eingebrochen war (vgl. BZ vom 24. März). Finanzvorstand Michael Sauer hatte für den neuerlichen Rutsch am Donnerstag zunächst keine Erklärung. “Es ist für uns überhaupt nicht ersichtlich, woher der Druck auf die Aktie kommt”, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Die Kapitalerhöhung bezeichnete er demnach als einen möglichen Grund. Auch verunsicherte der Verwendungszweck der Kapitalerhöhung am Markt. Bei einem “soliden Barmittelbestand” von 135 Mill. Euro strebt RIB an, kontinuierlich 100 Mill. Euro in Cash zu halten, was “das Image der Gesellschaft” unterstreichen soll.Hinzu kommt, dass Technologiewerte in den vergangenen Tagen in der Breite unter Druck standen. Der Technologieindex TecDax gab in den vergangenen zehn Tagen um rund 200 Punkte nach.Finanzchef Sauer hatte am Donnerstag vor Analysten die seit Februar bekannten und nun geprüften Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 vorgestellt (vgl. BZ vom 16. Februar). Zudem teilte das Unternehmen mit, die Dividende von 0,16 auf 0,18 Euro für 2017 erhöhen zu wollen. Neu war zudem die Prognose für das laufende Geschäftsjahr, die aber ebenfalls im Rahmen der Markterwartungen lag. Für 2018 plant RIB demnach mit Umsätzen von 117 Mill. bis 127 Mill. Euro nach 108 Mill. Euro im vergangenen Jahr. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) soll 33 Mill. bis 43 Mill. Euro erreichen, nach zuvor 40 Mill. Euro. Belastet werde das Ebitda von Investitionen von bis zu 3 Mill. Euro in den Aufbau einer Cloud-Plattform für Bausoftware gemeinsam mit Microsoft. Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn stieg im vergangenen Jahr um mehr als ein Viertel auf 18,4 Mill. Euro.