Deutsche Euroshop gibt Prognose auf

Erste Mieterinsolvenzen - Shoppingcenter-Investor betont soliden finanziellen Handlungsspielraum

Deutsche Euroshop gibt Prognose auf

ste Hamburg – Nach dem am 19. März mitgeteilten Verzicht auf eine Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2019 hat der Shoppingcenter-Investor Deutsche Euroshop infolge der Coronavirus-Pandemie nun auch seine im vergangenen November veröffentlichte Prognose für den laufenden Turnus zurückgezogen. Die seit Jahresbeginn um rund 57 % gesunkene Aktie des Hamburger SDax-Unternehmens gab am Freitag um 1,9 % auf 11,12 Euro nach. Analysten von Berenberg und Baader erklärten, die Aufgabe der Finanzziele, die unter anderem einen Umsatz von 221 Mill. bis 225 (i. V. 226) Mill. Euro sowie ein operatives Ergebnis (Ebit) von 191 Mill. bis 195 (198) Mill. Euro vorsahen, sei nicht überraschend.Die Deutsche Euroshop, zu deren Portfolio 21 Einkaufszentren in Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien und Ungarn gehören, verwies in einer Mitteilung auf die weiterhin nicht abschätzbare Dauer der Pandemie sowie behördlich angeordnete Geschäftsschließungen und deren zunehmend negativen Auswirkungen auf die Mietpartner. Erste Mieterinsolvenzen infolge der Ladenschließungen seien angemeldet, zudem gebe es Warnmeldungen bezüglich der Liquiditätssituation. Die zurückgezogene Prognose begründete das Unternehmen ferner mit erkennbaren oder zu erwartenden Auswirkungen neuer gesetzlicher Regelungen zum Schutz der Mieter. Zahlungspflichten gelockertDer Konzern, an dem Alexander Otto, ein Sohn des Versandhausgründers Werner Otto, als größter Einzelaktionär mit 19,5 % beteiligt ist, verwies unter anderem auf das in Deutschland (dem Hauptmarkt der Deutschen Euroshop) am 27. März beschlossene Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht. Dieses enthalte umfangreiche rechtliche und finanzielle Hilfsmaßnahmen für betroffene Unternehmen. Dazu gehöre ein zeitlich befristeter besonderer Kündigungsschutz für Mieter, die mit Mietzahlungen infolge der Pandemie zwischen Anfang April und Ende Juni in Verzug geraten. In Polen sei die Mietzahlungspflicht mit einem am 1. April wirksam gewordenen Gesetz für den Schließungszeitraum ausgesetzt worden. Auch in Ungarn gebe es Regierungspläne zur Entlastung von Mietern.Die Deutsche Euroshop erklärte weiter, eine neue Prognose werde abgegeben, sobald dies möglich sei. Man verfüge durch die niedrige Verschuldung sowie die vorhandene Liquidität über einen soliden finanziellen Handlungsspielraum. Wie geplant sei am 26. März ein Kreditvertrag über 70 Mill. Euro zur Refinanzierung von in diesem Jahr fällig werdenden Darlehensverpflichtungen abgeschlossen worden.