Deutsche PwC beschleunigt Wachstum
Deutsche PwC beschleunigt Wachstum
swa Frankfurt – Die Neuausrichtung auf ein integriertes Angebot von der Strategieberatung bis zur Umsetzung beim Kunden zahlt sich für PwC aus. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft hat im Geschäftsjahr 2016/17 (30.6.) in Deutschland erstmals in der Gesamtleistung die Marke von 2 Mrd. Euro überschritten. Die Gruppe meldet ein Wachstum von 10 % auf 2,09 Mrd. Euro, das weitgehend organisch gelungen ist. Im Vorjahr hatte PwC von der Übernahme von Booz profitiert, war aus eigener Kraft aber weniger deutlich um 7,5 % vorangekommen.”Wir versuchen in der Wertschöpfungskette von der Strategie bis zu Umsetzung unterwegs zu sein”, unterstreicht Norbert Winkeljohann, Sprecher der Geschäftsführung von PwC Deutschland. Die Gesellschaft verzichte dagegen zunächst auf Aktivitäten in der Implementierung von Software. Winkeljohann hält es für fraglich, ob dieses Geschäft nachhaltig ist. Auch könne es schnell zur Commodity werden.Die anhaltende Regulierung und die digitale Transformation von Unternehmen sorgt für lebhafte Nachfrage. Die Sparte Unternehmensberatung kletterte im abgelaufenen Turnus um gut 18 % auf 781 Mill. Euro und ist nun größer als der traditionelle Geschäftsbereich Wirtschaftsprüfung. Für das Segment ist es das dritte zweistellige Wachstum in Folge. Auch die Rechtsberatung zeigt hohe Dynamik mit einer Steigerung um fast 14 %. Winkeljohann hebt hervor, dass PwC Law inzwischen die größte Rechtsanwaltskanzlei in der Familie einer Prüfungsgesellschaft sei. Die Juristen arbeiteten überwiegend an selbst akquirierten Mandaten, allerdings meist auf bestehender Kundenbasis von PwC, erklärt Winkeljohann.Vergleichsweise moderat ist die Gruppe in der Wirtschaftsprüfung vorangekommen mit einem Plus von 1,7 % auf 744 Mill. Euro. Durch die erzwungene Pflichtrotation sind börsennotierte Unternehmen derzeit gezwungen, den Abschlussprüfer zu wechseln oder zumindest das Mandat neu auszuschreiben. PwC hat hier bereits große Kunden wie Bayer, Commerzbank und Tui verloren, konnte dagegen aber Allianz, Talanx, Stada, Lanxess und die Nürnberger Versicherungsgruppe gewinnen. Allerdings hat man als neuer Abschlussprüfer Vorlaufkosten und anfangs eine niedrigere Marge. Die striktere Trennung von Prüfung und Beratung sorgt auch in der Steuerberatung dafür, dass sich mancher langjährige Kunde umorientieren könnte. Vorsichtige PrognoseAngesichts solcher Unwägbarkeiten zeigt sich Winkeljohann vorsichtig in der Prognose. Zwar sei PwC mit zweistelligem Wachstum ins laufende Jahr gestartet, ob sich das Tempo halten lasse, müsse man jedoch sehen. “Mit 10 % wären wir zufrieden, es kann aber auch weniger sein”, erklärt Winkeljohann, der sich in seinem letzten Amtsjahr befindet und das Zepter Mitte 2018 nach Erreichen der Altersgrenze von 60 Jahren weiterreichen wird.Die Delle nach der Übernahme der Strategieberatung Booz habe PwC mehr als ausgeglichen, betont Winkeljohann und räumt ein: “Eine Milliardenakquisition verdaut man nicht über Nacht.” Weltweit sei 40 % des Umsatzes der erworbenen Gesellschaft weggefallen. Vor allem gab es Konflikte im Beratungsgeschäft bei Mandanten, wo PwC bereits als Abschlussprüfer an Bord war.